Stöckchen – Leben und Tod
1. Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Gute Frage. Ich bin kein religiöser Mensch, zumindest nicht in der Art und Weise, wie meine Konfession dies für mich vorgesehen hat. Ich glaube nicht an die Bibel und ich glaube nicht an diesen Gott.
Ich glaube allerdings sehr wohl, dass der Mensch zu mehr als diesem Leben berufen ist.
2. Was passiert nach dem Du gestorben bist?
Wir Menschen haben ein bestimmtes Bild in unserem Kopf. Ein Bild, dass uns durch Releigion, Kirche und Medien implementiert wurde. Ein Bild in dem wir in ein Paradies gelangen und alle Menschen wieder treffen, in dem wir zu Ehre gelangen, blablabla. Ich glaube eher wie die Buddhisten, dass der Mensch wiedergeboren wird – in welcher Form auch immer.
3. Glaubst Du an Wiedergeburt?
Ja! Ich möchte zumindest daran glauben. Die Vorstellung, dass mein Hirn einfach ausgeschaltet wird und es das für mich gewesen sein soll, würde mir zuviel Angst machen.
4. Als was würdest Du wiedergeboren werden?
Ich kenne mich mit dem Buddhismus leider zu wenig aus. Aber ich meine, die glauben an Karma. Also, dass sich die Form in der man wiedergeboren wird an dem vorherigen Dasein misst. Ich bin kein böser Mensch, aber auch kein überragender Gut-Mensch. Vielleicht werde ich eine Eintagsfliege oder ein Gänseblümchen.
5. Hast Du Angst vor dem Tod?
Ja. Definitiv! Aber nicht nur vor meinem eigenen. Ich habe auch Angst vor dem Tag oder besser den beiden Tagen, an denen mir meine Eltern genommen werden.
Ich versuche wenig darüber nachzudenken, aber das gelingt mir nicht. Mein Glauben an ein neues Leben – was mehr ein Hoffen ist – kann die Ungewissheit was kommt nicht gänzlich vertreiben.
6. Hast Du Angst vor dem Sterben?
Diese Frage finde ich überflüssig. Der Tod und das Sterben gehen einher. Habe ich vor dem einen Angst, habe ich auch vor dem anderen Angst.
7. Bist Du mit Deinem Leben bisher zufrieden?
Nein. Wer kann das schon wirklich sein? Ich kann mir kaum vorstellen, dass Menschen mit dem Umstand des ständigen Arbeitens zufrieden sind. Ich würde lieber meinen Job kündigen, um die Welt reisen. Einfach mehr Entscheidungen in meinem Leben treffen. Dafür fehlt mir, wie den meisten Menschen, einfach der Mut. Also gehe ich für mein Essen auf dem Tisch, für meine Kleider am Leib und meine nichtvorhandene Rente fast jeden Tag ackern. Entscheidungsfreiheit sieht anders aus.
In den Grenzen in denen ich mich bewegen kann, bin ich allerdings zufrieden.
8. Wenn Du erführest, dass Du in einem Monat sterben müsstest – welche drei Dinge wolltest Du dann noch erledigen?
Ich würde vermutlich mehr als nur drei Dinge erledigen wollen. Aber wenn es nur drei sein dürfen:
1. den wichtigsten Menschen in meinem Leben noch ganz wichtige Dinge sagen,
2. nach Barcelona fahren, durch den Park Guell spazieren und mich den steilen Hügel dahinter hochquälen, um dann:
3. beim Sonnenuntergang dort die Augen zu schließen.
9. Wie sieht Deine Beerdigung aus? Hast Du etwas testamentarisch festgehalten?
Testament? Ich bin 28. Da macht man sich um soetwas wohl noch keine Gedanken. Andererseits…
Meine Beerdigung sollte folgendermaßen aussehen: Ich fände es schön, wenn meine Familie und meine Freunde mit meiner Urne nach San Bernadetto, Italien fahren würden (wo ich viele Urlaube meiner Kindheit verbracht habe) und meine Asche am Strand ins Meer rieseln lassen würden.
10. See-, Feuer- oder die “klassische” Bestattung?
Um Himmels Willen keine “klassiche” Friedhofsbestattung. Da habe ich immer Angst, dass mein Grab verwildert und alle Menschen mit mitleidigem Blick vorbeigehen und denken: Die hatte wohl keinen mehr, der sich kümmert.
Antwort: Feuerbestattung!
11. Welches Lied wird auf Deine Bestattung gespielt?
Herbert Grönemeyer “Der Weg”
[via: Das Stöckchen-Blog]
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