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Sehr geehrter Herr R. Williams,

8. April 2007 # 740 views # 7 Kommentare

Sehr geehrter Herr Williams,

ich möchte an dieser Stelle mal meinem Unmut Luft machen. Woher ich diese Berechtigung nehme? Nun, ich bin ein Fan Ihrer Person seit Ihrer ersten Stunde bei Take That, fieberte mit Ihnen, nachdem sie sich von dieser Gruppe trennten und im Drogensumpf fast verreckten. Kaufte mir Ihr erstes Album “Life thru a lens”, obwohl ich das Cover des George Michael Songs “Freedom” nun wirklich nicht für gelungen hielt.

Einige Jahre später – genau genommen 2003 – hatte ich das große Glück eine der letzten Karten für Ihr grandioses Konzert in der Arena auf Schalke ergattern zu können. Es war einer der beeindruckensten Tages meines Lebens – und so jung bin ich auch nicht mehr.
Ich schwärmte von diesem Konzert in den höchsten Tönen. Von Ihren Qualitäten als Sänger, als Entertainer und irgendwie auch als verruchter Typ.
Wen störte es da schon, dass sie fast jeden Tag neben einer anderen Frau aufwachten und hin und wieder mal wieder durch Alkoholeskapaden auffielen. – Wenn man wie ich die harten Zeiten des eigentlichen Rock ‘n’ Rolls aufgrund zu später Geburt verpasst hat, dann nimmt man das hin – der Erfahrung wegen.

Ich wachte auch immer noch nicht aus meiner grenzenlosen Bewunderung auf, nachdem Sie dieses total verhutzte “Intensiv Care” veröffentlichten. Nie hätte ich gedacht, dass ich diesen Guy Chambers mal vermissen würde. Aber nach dessen Abzug kam aus ihrem Mund kaum noch etwas vernünftiges.
Von Ihrem Konzert letzten August in Köln möchte ich gar nicht sprechen. – Was für eine Enttäuschung! Ich habe mir doch tatsächlich – bekloppt wie ich bin – für 100 Euro eine Karte bei ebay ersteigert – eine Erfahrung von der ich explizit Abstand nehmen möchte – und stellte mich auf die Jahn-Wiese, ertrug die grauenhaften Vorbands, um dann beim Hauptact noch enttäuschter zu sein. Es kam keinerlei Stimmung auf, da die Besucher über das ganze Gelände verstreut waren, viel zu viel Platz. Die Bühne sah ich überhaupt nicht, nicht mal die Leinwand, die in gleicher Höhe wie die Bühne montiert war (Sinn?). Ihre “Gastgeber”qualitäten sind nicht erwähnenswert.

Eine Woche später las ich voller Entsetzen, dass Sie sich den Tabletten hingegeben haben und sich eigenständig in eine Klinik einliefern ließen. Da war das Konzert fast schon wieder vergeben und auch das weniger interessante “Rudebox” Album. – Sie sehen ich gab mir wirklich Mühe Ihre verkappte Identität auch weiterhin zu mögen.
Meine Freunde bedachten mich zu diesen Zeiten schon mit mitleidigen Blicken.

Aber jetzt! Jetzt reicht es wirklich. Nachdem ich nun gelesen habe – und das aus dem Mund Ihrer eigenen Mutter – dass sie Pläne in Richtung Reunion mit Take That schmieden, reicht es für alle Zeiten. Sie erinnern sich? Take That – diese Band, die an jeglichem Unglück in Ihrem Leben schuld sein soll. Gary Barlow, dieser Typ den sie so verachten? Klingelt es da?

Ich hoffe für Sie, dass dies nur eine geschickte Finte ist, um wieder auf sich aufmerksam zu machen. Ich hoffe, dass Sie wieder zu dem Künstler werden, der Sie bei den fuluminaten Alben “I’ve been expecting you”, “Sing when you’re winning” und “Escapology” noch waren. Ich hoffe, dass Sie sich von dem vorübergehenden Erfolg Ihrer alten Kollegen nicht blenden lassen. Herr Williams, ich möchte – fast um jeden Preis – ein Fan von Ihnen bleiben können. Also enttäuschen Sie mich nicht!

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7 Kommentare »

  • Petra meinte:

    Genau! Das kann, darf und muss nicht sein….

  • Jenny meinte:

    Komisch. Gerade gelesen, kommt der gute Herr R. bei Big FM im Radio. Is ja unheimlich!

  • Dany (admin) meinte:

    @Jenny:
    So ging es mir beim Schreiben des Artikels auch. Außerdem verfolgte er mich auch den Rest der Ostertag ständig. Vielleicht hat er schon Wind von dem Artikel bekommen… ;-)

  • Dieter Petereit meinte:

    Sein letztes Album rudebox war ja nun mehr oder weniger ein Flop. Das vorherige allerdings, wie hieß es noch, jedenfalls dasjenige, welches gemeinsam mit TinTin Duffy entstand, halte ich für sein bestes überhaupt. Und wenn man sich anhört, was Take That dieser Tage auf Tonträger bringen, dann unterscheidet sich das auch ganz erheblich von den Take That des letzten Jahrzehnts.

    Will sagen, passt irgendwie zusammen…

  • Dany (admin) meinte:

    @Dieter: Ich finde die Musik von Take That derzeit auch sehr gut, ich stelle eigentlich die charakterliche Stärke von R. Williams in Frage, der in seiner Biografie für seine menschlichen Abgründe immer wieder Take That (insbesondere Gary Barlow) verantwortlich macht. Wenn ich mich dann noch in einer solchen Lebenskrise befinde, sollte ich mich nicht mit alten längst abgeworfenen Lasten erneut an den Meeresgrund ketten.

  • Dieter Petereit meinte:

    Charakterliche Stärke bei einem absoluten Drogenwrack zu suchen ist schon ein bisschen absurd. So Typen suchen auch stets jemanden, der für die miserable Situation verantwortlich ist. Robbie nennt immer Gary in diesem Zusammenhang. Wahrscheinlich stinkt es ihm bloß, dass Gary komponieren kann und er nicht…

  • Das DanyWeb » Blog Archive » Robbie Williams – Ein Abschied in 11 Akten meinte:

    [...] mit den mittlerweile wieder erfolgreichen Take That-Kollegen ins Gespräch, die damals bereits in diesem Blog zu erheblicher Frustration meinerseits geführt hat. Er wurde für mich dadurch unglaubwürdig, in [...]

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