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Marlen Haushofer – Die Wand

27. April 2007 # 928 views # 2 Kommentare

Über dieses Buch kann man Einiges sagen. Manches davon wird gut, manches eher schlecht sein. Es wird Menschen geben, die der Meinung sind, dieses Buch sei langweilig oder gar langatmig, in der Geschichte würde nichts passieren, Seiten wurden übersprungen oder das Buch ganz zur Seite gelegt.
Man kann aber auch dem Urteil Elke Heidenreichs folgen, die meinte, dass dies eins der besten Bücher überhaupt sei.

Ich bekam dieses Buch als Leihgabe einer Freundin, die mir vorher mehrmals versicherte, wie langweilig das Buch sei und dass sie es ab der Mitte zur Seite gelegt habe und es seither in ihrem Bücherschrank verstauben würde. – Kein gutes Omen, um mit einem solchen Buch zu beginnen.

Trotz dieser Vorurteile entschloss ich mich, dem Buch zumindest eine Chance zu geben und wurde von dem Umstand unterstützt, dass ich keine Alternative zur Hand hatte.

Marlen Haushofer schrieb “Die Wand” bereits 1968. Das muss klar sein, wenn man das Buch ließt, da vieles in unserer heutigen Gesellschaft seltsam erscheinen mag.

Los geht es für die namenlose Protagonistin mit einer Reise in eine Jagdhütte, die sie mit ihrer Cousine und deren Mann unternimmt. Nachdem sie am Abend allein in der Jagdhütte zurück blieb, während die anderen sich zum fröhlichen Betrinken in das nahegelegene Dorf verabschieden, erwacht sie am nächsten Tag umgeben von einer unsichtbaren Wand. Einzig der Jagdhund “Luchs”, eine zugelaufene Katze und die später gefundene Kuh “Bella” bleiben ihr als Gesellschaft.

Die Protagonistin beginnt einen Bericht über ihre Situation und ihren Tagesablauf zu verfassen. Zum einen um sich abzulenken, zum anderen anfangs noch in der Hoffnung, sie würde irgendwann gefunden.

Marlen Haushofer überzeugt durch ihre emotionslose Art und Weise die Aussichtslosigkeit der Frau begreiflich zu machen. Manchmal möchte man der Frau einen Schubs geben, weil man über ihre emotionale Kälte erstaunt, ja manchmal sogar wütend ist, da man selbst ergriffen, frustriert und von Traurigkeit überladen ist.

Das Buch beschreibt “nur” das Innere einer Frau – und ja, es passiert bis auf den letzten sechs Seiten nicht viel Spannendes. Das macht das Buch aber auch nicht so interessant.
Interessant ist die Vielseitigkeit der Erzählung, die Vorstellungskraft von Gefühlen, die man unmöglich selbst kennen kann, es beschreibt die Anpassungsfähigkeiten eines Menschen an eine nicht gewollte, unbequeme Situation, mit der sich abgefunden wird. Und kommt man auf der letzten Seite an, erwartet man ein nicht vorhandenes Happy-End.

Ich empfehle dieses Buch als überzeugte Krimileserin, die ihrem Genre seit einiger Zeit ein bisschen untreu geworden ist.

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2 Kommentare »

  • Blogkarneval: Mein Krimi und ich! at DanyWeb 2007 meinte:

    [...] fast kontinuierlich. Von den wenigen Ausnahmen aus dem Bereich Belletristik berichtete ich hier und hier. Als Jugendliche las ich viele Bücher über die Thematik des 2.Weltkieges und der [...]

  • fd meinte:

    Auf das Buch bin ich eher durch Zufall gestoßen. Gelesen habe ich es bisher noch nicht, aber ich bin mal sehr gespannt.

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