Staatsprüfung – Tag 1 – ÖBWL

Die ganze Nacht schlief ich nicht besonders gut. Nach dem Aufstehen rebellierte mein Magen und alle Gedanken überwarfen und drängelten in meinem Kopf. Alles fiel mir schwer. Zähneputzen, waschen, anziehen, ja sogar zur Türe herausgehen war ein Kraftakt.
Als ich mich auf dem Weg zur Bushaltestelle befand, überkam mich aufeinmal ein totaler Panikanfall. Tränen schossen mir in die Augen und die Erkenntnis, dass ich diese Prüfung nicht packen würde schlug mir ins Gesicht. “Ganz ruhig, Dany”, sagte ich mir immer wieder, atmete tief durch und drängte die Tränen in den Kanal zurück. Vielleicht kennt das jemand: in solchen Augenblicken versucht man sich alles positive aufzuzählen, sich selbst die Situation schön reden. “Genau Dany, Du schaffst das!”
Ein paar Minuten später sitze ich bei Nadine, die mich freundlicherweise mit nach Hürth nimmt, im Auto und wir beruhigen uns gegenseitig. Das flaue Gefühl regt sich immer noch leicht in mir.
Wir kommen in Hürth am Ballsaal an. In dem Raum in dem wir schreiben sollen, hat am Wochenende ganz offensichtlich ein Abiball stattgefunden. Offensichtlicht nicht nur wegen der Deko und den Schildern, die wild im Raum aufgehängt sind, sondern auch, weil es nach Bier und kaltem Rauch stinkt. Gut, nicht ärgern. “Such Dir Deinen Sitzplatz”. Nächster Schritt – nächste Hürde. Auf dem Sitzplan stehen nur Nummern, keine Namen. Wir gucken uns alle blöd an. Ich kenne meine Nummer nicht. PANIK!
Claudia – geistesgegenwärtig wie sie ist- ruft in der FH an und erfragt die Nummern für uns.
Mein Platz ist sehr gut – ich kann mich nicht weiter beschweren – will ich ja auch eigentlich nicht. Ich packe aus, organisiere mich: Gesetz, Mäppchen, Taschenrechner, Essen, Trinken, Perso. Tasche müssen wir abgeben.
Dann sitze ich – endgültig. Die Blätter kommen, die Klausur kommt – der Schock kommt und darauf folgend die Ernüchterung. Eine Kombiklausur Orga/Personalwirtschaft, KLR und Rechnungswesen sieht anders aus. Wo ist Rechnungswesen, wo ist Orga? Wo ist der Scheiß, den ich kann?
Ich versuche mich zu beruhigen, fange mit etwas an, dass ich kann. Und arbeite mich dann optimistisch und selbst motivierend durch die Klausur. Ich sauge mir soviel aus den Fingern, wie es nur geht. Von vielem habe ich noch nie etwas gehört. Ich rechne, ich schreibe, die Zeit vergeht komischerweise überhaupt nicht. Also esse ich erstmal eine Banane, dann eine Kiwi, ein Stück Schokolade und spüle das Ganze mit Cola light die Speiseröhre runter.
Am Ende der Klausur bin ich froh, dass ich abgeben und gehen kann.
Auf dem Weg nach draußen begegnen mir nicht nur viele bekannte, sondern auch viele konsternierte Gesichter.
Bei meinen Kommilitonen angekommen, erreicht mich die erleichternde Aussage, dass ich nicht allein unwissen war, sondern dass alle die komischen Begriffe auch noch nie gehört haben.
Was soll ich sagen? Abwarten und das Beste hoffen. Vorallem aber trotzdem motiviert weiter arbeiten und für Mittwoch lernen. Dann geht es in die erste Rechtsklausur.
Foto im Original von Darwin Bell (flickr)
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Da hast du, denke ich, die richtige Einstellung – nachkarten nützt gar nix, geschrieben ist geschrieben. Bei der nächsten Klausur findest du sicherlich mehr, dass dir bekannt vorkommt…. Also weiterhin toi, toi, toi!
Danke schön, ich werde es versuchen. Aber das mit dem bekannt vorkommen…. ;-)
Drücke Dir für Mittwoch ganz fest die Daumen!
Das kenne ich. Auf das Aufgabenblatt starren und erstmal nichts verstehen. Obwohl man gelernt hat. So haben wir uns in der Klasse letzten DI bei der Erdkundeklausur gefühlt.
Ja erstmal abwarten und Tee trinken. Aufregen erst wenn man den Wisch wieder bekommen hat ;-)
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