Abnehmen (3)
Seit gestern ist es endlich soweit. Ich habe meine Abnahme begonnen. Nachdem ich in den Prüfungen einfach zu viel Stress und zu wenig Zeit hatte (billige Ausrede, ich gebe es zu), habe ich gestern den Start eingeläutet.
Seit heute schmeckt mir nicht mal mehr Paprika. Es ist, als würde mein Kopf sich nun absichtlich aller gesunden Kost verwehren. Das Wasser schmeckt mir nicht, aber ich versuche mich daran zu gewöhnen. Schon während ich schlucke, versucht mein Magen das Wasser bereits wieder loszuwerden, als hätte ich Gift geschluckt.
Widerwillig kommt es dann doch noch an und versorgt die Nieren mit Flüssigkeit.
Mein Verlangen nach Süßem hält sich in Grenzen, aber ich bin sicher: Die Versuchung wird früh genug meine Pläne durchkreuzen.
Am Wochenende habe ich in einem Artikel eines Ernährungspsychologen gelesen, dass man bestimmte Reize mit bestimmten gekoppelten Gewohnheiten verbindet. Ißt man bspw. beim fernsehen oft, dann setzt der Reiz zu essen oftmals nur wegen des Einschalten des Fernsehers ein.
Bei mir ist dieser Reiz mein Computer. Mit ihm verbinde ich eine gewisse Gemütlichkeit, Entspannung und Zeitvertreib. Zu diesem Zeitvertreib gehört aber leider auch die Cola und die Süßigkeiten.
Momentan fühle ich mich also wie ein Junkie. Ich merke auch schon wie ich anfange zu schwitzen. Moment! Das liegt wohl doch eher an den 30 Grad vor meinem Fenster.
Ich versuche nun also meine Gewohnheiten zu ändern. Das ist gar nicht so leicht.
Wenn meine Freunde vor Zeiten versuchten mit dem Rauchen aufzuhören, konnte ich nie nachvollziehen, warum das nicht auf Anhieb klappte. Ein bisschen Disziplin, dachte ich naiverweise.
Aber es ist mehr als nur Disziplin. Es ist eine Überwindung seiner eigenen Bedürfnisse, ein Hintenanstellen der Sehnsüchte. Es ist Knechtschaft unter sich selbst. Aber ich möche es diesmal schaffen. Ich möchte auch mal sagen können, dass ich ewas durchgehalten habe, dass ich mich selbst überlisten konnte. Ich will!
Aber da ist immer diese Stimme in meinem Kopf. Nein, eigentlich sind es zwei. Sie stehen in Diskussion. Essen, verwehren, essen, verwehren. Parika bäh (was mir ganz neu ist, denn ich mag Paprika sonst sehr gerne), Schokolade hui.
Beim Gang durch die Supermarktregale hätte ich heulen können. Es setzt sich dieser eine Gedanke fest: Du wirst eine lange, lange, sehr lange, ewig lange, nie enden wollende Zeit auf all das verzichten müssen. Scheiße, verdammt.
Aber gut. Ich versuche dann immer daran zu denken, wieviel einfacher Klamotten kaufen sein wird, wie ich mir vielleicht mal wieder selbst gefallen werden. Letzteres ist eigentlich das Wichtigste. Selbst wieder in den Spiegel sehen können und sagen: Hey, heute siehst Du aber gut aus.
Ich bin seit meiner Pubertät nicht mehr wirklich schlank gewesen, aber vor drei Jahren hätte ich durchaus gesagt, dass ich mich mochte, wie ich war. Heute denke ich immer, Gott wie kann man nur so aussehen. Grausam. Dann ertappe ich mich, wie ich auf der Straße immer nach Menschen suche, die in meinen Augen noch schlimmer aussehen und bin seelig, wenn ich Jemanden gefunden habe. Dann kommt das obligatorische: Wenn ich mal so aussehe… und vergesse in dem Moment vielleicht, dass ich gar nicht so weit davon weg bin.
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Ach ja. das Abnehmen. Ich fang erst gar nicht damit an. Ich finde zwar, dass ich zig Problemzonen habe, und die immer aufdringlicher werden, aber ich habe nie überlegt, was an meiner Ernährung oder sportlichen Aktivität zu drehen. Dafür ess ich generell einfach zu wenig Gemüse, wenn fast schon gar keines. Und nur Obst auf Dauer ist auch nix. Und auf fettiges Essen verzichten ja sowieso nicht.
Ich komme da nie auf einen grünen Zweig.
Aber ich hoffe, Dir gelingt es. Halt Dir vor Augen, was es bringt, wenn Du es durchstehst.
Danke Jenny, ich drücke mir ehrlich gesagt selbst die Daumen. Das motivierte und irgendwie aufgeputschte Gefühl, dass ich momentan noch habe, hält sicherlich nicht ewig an. Vielleicht klebe ich ein Bild von mir an den Kühlschrank? ;-)
Du wirst es schaffen, so lange du es wirklich willst. Du musst nur aufpassen, dass du dir zu viel verbietest. Denn das ist Folter für sich selbst…
Du denkst ungefähr wie ich. Und weißt auch, wie schwer es ist, Gewohnheiten zu verändern. Aber weißt du was?
Es ist machbar. Und im Nachhinein doch gar nicht so schwer ;)
Nur an den Kühlschrank? Direkt übers Bett.
Du hast ja das Rauchen ja bereits erwähnt. Bei mir ist es vorm Rechner nicht das Essen sondern das Rauchen. Eine nach der anderen. Bin ich draußen in der Natur (am Atlantik), hab ich nicht mal Bock zu rauchen, aber vorm Rechner, echt schlimm, meist bekomme ich es gar nicht richtig mit. Aber ich muss mich auch zwingen kürzer zu treten. Hilft ein Klebezettel am Monitor???
Liebe Grüße aus dem sonnigen Süden
Tino
@ Jenny: Auch eine Möglichkeit der Selbstkasteiung.
@ Tino: Grüß Dich, ja es ist schon ein Pack mit diesen Gewohnheiten. Ein Zettel bringt wahrscheinlich wenig, weil ich mich dann mehr daran erinnern würde, als davon Abstand zu nehmen. Ich werde mal sehen, wie es so wird. Momentan läuft es noch erstaunlich gut. – Wow Marokko? Was hat Dich denn da hin gebracht?
Wow Marokko? Was hat Dich denn da hin gebracht?
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Grüße Tino
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