Frankreich – Eine Reise zu mir selbst (1)
Tag 1 – Die Fahrt von Daheim nach Cadenet (Provence)
Um halb sechs in der Früh sind wir aufgestanden. Für mich – eine passionierte Schlafmütze – natürlich viel zu früh, aber durchaus notwendig um die annähernd 1.000 Kilometer lange Strecke in einem vernüftigen Zeitfenster zu absolvieren.
Im Vorfeld hatten Petra und ich uns abgesprochen, dass jeder jeweils 2 Stunden ab Stück fährt und dann abgelöst wird, damit die Müdigkeit uns nicht unterwegs überkommen konnte.
Ich entschied mich den ersten Streckenabschnitt zu fahren – nicht zuletzt, weil ich lieber auf deutschen Autobahnen fahren wollte und das Unbekannte Petra überlassen wollte (das hat nichts mit Berechnung zu tun, sondern damit, dass sie das ruhigere Gemüt hat).
Los ging es also. Der erste Zwischenstopp sollte in Luxemburg stattfinden, um das Auto mit super billigem Benzin vollzutanken, um den Geldbeutel sowenig wie möglich zu belasten. Dabei ist mir aufgefallen wieviel Benzin “geschmuggelt” wird. Ich meine, dass 5 Liter in einem zusätzlichen Kanister erlaubt sind, da schifften manche allerdings mehr als das 3fache im Kofferraum in den deutschen Wirtschaftsraum. – Solange sie nicht erwischt werden…
Nachdem wir uns wieder auf den Weg gemacht hatten, kamen wir erstaunlich schnell in Frankreich an und somit auch auf der ersten mautpflichtigen Autobahn. Ich freute mich darauf wie ein kleiner Schneekönig, hatte ich doch infantile Erinnerungen an Brückenübergänge in den USA, wo ich damals beobachten konnte, wie die Fahrer 25 Cent mit Tempo 50 in die Vorrichtungen warfen und einfach durchfuhren. Die Franzosen sind allerdings weniger actionreich veranlagt. Wir mussten anhalten, um uns ein Ticket an einem Automaten zuziehen, was mich schwer an die Einfahrt eines überdimensionalen Pakhauses erinnerte.
Nachdem das Ticket wohlbehalten auf dem Armaturenbrett weilte, fuhren wir weiter Richtung Süden. – Das gute an den französischen Bezahlautobahnen ist, dass auf ihnen recht wenig Verkehr herrscht, weswegen wir umso schneller voran kamen.
Gegen 18.15 Uhr kamen wir endlich an unserem Ziel an: Dem Campingplatz Val de Durance in Cadenet. Im Gegensatz zu unserem letztjährigen Urlaub in Nordfrankreich, bemühte sich die Dame an der Rezeption englisch mit uns zu sprechen und so bekamen wir unsere Unterkunft recht schnell zugewiesen. Da haben wir schnell die Klamotten in das Mobilhome gehievt und sind danach eiligst der Wegbeschreibung der Rezeptionsdame folgend zu einem Supermarché in der Nähe gefahren, um wenigstens noch das allernötigste für den Abend zu kaufen. Getränke und etwas zu essen.
Nachdem wir auch dies “erledigt” hatten, saßen wir – die Beine entlastend hochgelegt – in unserem Zuhause für die nächsten sieben Tage.
In den meisten Urlauben benötige ich eine kleine – ich nenne es mal “Aufwärmphase”. Zeit zur Akklimatisierung. Dabei muss ich die Fremde auf mich wirken lassen und mich in die ungewohnte Umgebung einfinden. Aber vorallem muss ich mich mit den Möbeln, Sanitäreinrichtungen und ähnlichem anfreunden, die schon von etlichen, mir nicht bekannten Menschen vor mir benutzt wurden. Überwindung heißt das Stichwort an dieser Stelle. Heute – einen Tag später – fühle ich mich schon sehr wohl.
Hier ein paar Bilder von unserer Unterkunft in Cadenet (zum vergrößern bitte anklicken):
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Wer einen ungezwungenen Urlaub machen möchte und gerne in der Natur ist, aber doch nicht zu den eingefleischten Campern zählt, für den sind die Mobilhomes die ihr auf den Fotos seht eine gute Alternative…
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