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Die Qual der Wahl

18. Dezember 2007 # 179 views # 2 Kommentare

Letztens stand ich in der völlig überfüllten Meyer’schen Buchhandlung in Köln am Neumarkt. Wäre diese Buchhandlung nicht immer mit einer 30minütigen Bahnfahrt und einer anschließenden Straßenbahnfahrt verbunden, würde man mich dort vielleicht öfter antreffen. Im Gegensatz zu unseren Buchhandlungen in Bonn ist die Meyer’sche nämlich sowas von sortiert, übersichtlich und vollgestopft. Herrlich!

Nun stand ich in der Krimi-Abteilung und hielt zwei Bücher in der Hand, die es in die engere Wahl geschafft hatten.
Engere Wahl bedeutet bei mir, dass sie meinen Stufenphasentest bestanden haben:

- Optik
- Genre
- Epoche
- Klappentext

Das eine Buch “Grausames Spiel” von Hilary Norman, das andere “Die Gerechten” von Sam Bourne. Da stand ich nun und fragte mich welches ich wohl nehmen sollte.
Hilary Norman hat mich bisher – und ich habe schon vier Bücher von ihr gelesen – noch nie enttäuscht. Allerdings darf man bei ihr auch keine ausgeklügelten Handlungsstränge erwarten, die einen aus dem Denken nicht mehr heraus kommen lassen. Bei Hilary Norman bekommt man Spannung und gute Unterhaltung mit psychisch sehr tiefgehenden Charakteren. Einen guten, aber nicht perfekten Thriller.

Auf dem anderen Buch prangte ein roter, kreisrunder Aufkleber mit der Aufschrift “Besser als Dan Brown”. Zu diesem Statement ließ sich offenbar ein Redakteur der Zeitschrift Brigitte hinreißen. Obschon dieser Behauptung kribbelte es mir förmlich in den Fingern das Buch zu lesen. Nicht, dass ich einer dieser Menschen wäre, die Dan Brown für den Godfather of Belletristik halten. Ganz im Gegenteil. Ich habe schon Bücher gelesen, die entweder nah an das oben genannte Prädikat herankamen oder es sogar um Längen mehr verdient hätten. Ich gehe sogar soweit zu sagen, dass ich es nicht kapiere, dass “Sakrileg” ein solcher Knaller geworden ist, wo “Illuminati” und “Meteor” soviel besser waren.

Aber egal. – Ich hatte also die Wahl zwischen einem Buch von dem ich wußte, dass ich mich über den Kauf nicht ärgern würde und einem Buch, dass von einem unbekannten Dritten hochgelobt wurde. Brigitte steht dafür mit ihrem Namen, dachte ich, den eigenen Geschmack aber nicht aus den Augen verlierend.
Das Ende vom Lied war – wie so oft – dass ich beide Bücher mitgenommen habe, obwohl ich nur EINS hatte kaufen wollen.

Bisher kann ich noch anmerken, nach gut 2/3 des Buches “Die Gerechten”, dass es sehr gut, spannenend geschrieben und hintergründig recherchiert ist. Aber der Vergleich mit Dan Brown, der will sich mir noch nicht so recht erschließen. Und das meine ich völlig wertfrei. Ich würde sagen: So wie Dan Brown und Sam Bourne verschiedene Menschen sind, so sind es auch ihre Bücher.

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2 Kommentare »

  • juliaL49 meinte:

    Von den beiden Autoren kenne ich auch keinen :-) aber ich werde mir die mal näher ansehen, denn das klingt sehr interessant.

    Was diese Bewertungen von angeblichen Experten angeht, muss ich sagen, darauf gucke ich erst gar nicht (die Brigitte hat wohl bloss einen Namen einwerfen wollen, den die Leute wenigstens kennen und der im weitesten Sinne im gleichen Genre anzusiedeln ist).

    Diese angeblichen Kritiken stören mich auch immer bei englischen Büchern, die ich sehr häufig lese. Da findet man auch der Rückseite nicht eine Zeile zum Inhalt und drei Dutzend dreiwörtige Lobpreisungen. Das ist sowas von sinnfrei!

  • junk meinte:

    In Sachen Dan Brown stimme ich zu. Illuminati war auch fuer mich ein absoluter Lesehoehepunkt, und von der Spannung und Handlung her um Laengen besser als Sakrileg. Letzteres kam wohl vor allem durch Provokation zu seinem grossen Erfolg.

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