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Ich und Ich live

18. Januar 2008 # 552 views # 0 Kommentare

So soll es sein, so kann es bleiben, so hab ich es mir gewünscht.

Es gibt diesen einen Moment. Diesen einen Moment, in dem Dir das Blut mit 180 km/h durch die Adern pulsiert und Dir tonnenweise Adrenalin durch den Körper gepumpt wird. Diesen einen Moment, in dem Du nicht weißt, ob Du, obschon des vielen Glückes, weinen oder lachen sollst. Diesen einen Moment, wenn Du in das ekstatische, rhythmische Klatschen einsteigst.
Diesen einen Moment, der Dich für die nassen Schuhe, die feuchte Kleidung, den langen Fußweg und die platten Füße entschädigt.

Diesen einen Moment, in dem die ersten Töne des ersten Liedes erklingen. Diesen Moment, in dem der Künstler die Bühne betritt. Es ist dieser Moment, der allen angesammelten Argwohn aus Dir vertreibt und Dich mit Gott und der Welt versöhnt.

Gestern habe ich das Ich&Ich-Konzert im Kölner Palladium besucht, dem Fräulein Humpe leider nicht beigewohnt hat. Diesen Umstand habe ich aber, dank der grandiosen Backgroundsängerin, bis zum Ende des Konzerts überhaupt nicht bemerkt.
Und Adel? Der war der absolute Wahnsinn. Er hat eine unheimlich mitreißende, sehr gute Live-Stimme und ist sehr sympathisch und offen. Er ist so sehr der Kumpel von nebenan, dass man ihm wirklich abnimmt, dass er sich freut, dass das Konzert völlig unerwartet in eine größere Halle verlegt worden ist und er sich freut uns und Köln zu sehen.
Ich war noch etwas skeptisch nach dem Kauf der Konzertkarten. Ich&Ich sind ja eher für die ruhigeren Lieder und die ernsten, melancholischen Texte bekannt. Ich erwartete Schmusestimmung und gähnende Umbeweglichkeit im Publikum. Nichts davon kann ich bestätigen. Die Lieder waren teilweise musikalisch anders interpretiert, Adels Stimme war astrein, die Stimmung war super.

Es gibt diesen einen Moment – nach dem Konzert. Diesen Moment in dem der letzte Ton noch leise aus den Lautsprechern nachhallt und von den Wänden der Konzerthalle weitergetragen wird. Diesen einen Moment in dem Du weißt, der Künstler kommt nicht noch mal raus. Diesen einen Moment, in dem Du bemerkst, dass Du nasse Füsse hast und feuchte Kleidung trägst. Diesen einen Moment, in dem Du Dir des langen Fußweges bewusst wirst, der noch vor Dir liegt. Diesen einen Moment in dem das Klatschen verstummt und das Licht Dir in den Augen sticht.

So soll es nicht sein, so soll es nicht bleiben. – Und so habe ich mir das auch nicht gewünscht.

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