Vom Finden der Musik – Eine Reise durch das WWW
Es gibt da diese zwei wirklich tollen, grandiosen, verehrenswerten Lieder aus Grey’s Anatomy – Unkle Bob “Swans” und Butterfly Boucher “A bitter song”. Von beiden Songs hatte ich erwartet, dass sie auf dem 3. Grey’s Anatomy Soundtrack zu finden wären – waren sie aber leider nicht. Das tut dem Sampler keinen Abbruch, denn die Liedzusammenstellung ist wie auf den beiden Vorgängern sehr gelungen.
Trotzdem bleibt dieser kleine Wermutstropfen, dass ich die Lieder nirgendwo finden kann. Nicht bei Napster, nicht bei Itunes. Keine Single, kein Album bei Amazon.
Das war das erste Mal, dass ich über meinen – bis dato – eingeschränkten Tellerrand blicken musste, um all die Musikdienste in den Weiten des Internets zu finden, die es sich zu finden lohnte. Ein kleine Geschichte vom Finden der Musik.
Das Finden von Musik mag – in einem Satz wie dem letzten – romantisch klingen, aber um einen zuverlässigen, geeigneten Musikdienst für sich zu finden müssen Kriterien aufgestellt werden, um dann vom Web 2.0 Dienst erfüllt zu werden.
Meine Kriterien sollten dabei folgende sein:
- Keine Anmeldepflicht
- Qualität der Musik
- komfortable Suchfunktion
- Übersichtlichkeit
- Playlist-Funktion
- externe Verlinkungen
- kein Musik-Video Portal
- zusätzliche Features
Natürlich müssen nicht nur Kriterien erfüllt sein, sondern das Suchergebnis muss stimmen. Ein Musikdienst kann noch so übersichtlich und komfortabel sein, wenn er nachher nur drei Songs findet. Getestet habe ich das Angebot, indem ich einfach 48 gespielte Lieder aus der 3. Staffel Grey’s Anatomy herausgesucht habe. Das war eine sehr langwierige Arbeit, nicht zuletzt, weil es in den verschiedenen Musikdiensten ja auch eingegeben werden muss, etc.
Es stellt sich heraus, dass es mehr als genug Musikdienste in World Wide Web gibt. Einige fielen nach offensichtlich nicht erfüllten Kriterien direkt heraus. Ezmo, Jango, simfy und spotify bspw. sind alle anmeldepflichtig. Yamelo und MuviBee sowie YouTube sind reine Musikvideo-Portale. Andere Musikdienste wie bspw. musicmesh verstehen sich als Anbieter von ähnlicher Musik. Für meine Zwecke alle nicht geeignet.
Bleiben für diesen Artikel also:
- Mucelli
- Deezer
- Songza
- Seeqpod

Mucelli nutzt die Audiospur aus YouTube Videos um die gewünschten Lieder zu streamen.
Die Qualität der Musik lässt – wie man das bereits von YouTube-Videos gewöhnt ist – in den meisten Fällen stark zu wünschen übrig.
Die Suchergebnisse werden fein säuberlich in der rechten Spalte untereinander angezeigt. Allerdings muss man die Suche hier oftmals verfeinern, um die gewünschten Titel auch tatsächlich zu finden, da ansonsten viele Lieder angezeigt werden, die eigentlich nicht gewünscht sind. Von den 48 Liedern wurden xx gefunden.
Um einen Song der Playlist hinzuzufügen, zieht man ihn einfach per Drag&Drop in die linke Spalte unter den Reiter “My Playlist”. Diese Playlist “merkt” sich der Suchdienst und zeigt sie beim nächsten Besuch auch wieder an.
Dank dem im unteren Teil angezeigten Player mit einigen zusätzlichen Funktionen und den beiden Spalten sowie der einfachen Bedienung finde ich Mucelli sehr übersichtlich und händelbar.
Möchte man sich zu der Audiospur auch das dazugehörende Video anschauen hat man zwei Möglichkeiten. Entweder man klickt im Playerbereich auf den Button “TV” oder auf den Button “YouTube”. Der Unterschied ist nur, dass es entweder auf der Seite selbst oder eben auf YouTube (extern) angezeigt wird.
Zusätzlich bietet der Dienst in einem Reiter die European Top 40 und die besten Love Songs in einer Liste zum Direktstreamen an.
Fazit: Die Qualität der Lieder überzeugt mich leider in den meisten Fällen nicht.

Deezer war der erste Musikdienst den ich bewusst wahrgenommen habe, umso bedauerlicher, dass er in meinem Test mit Pauken und Trompeten durchgefallen ist. Von den 48 Liedern hat er nur 8 zum hören angeboten.
Das ist allerdings kein Grund Deezer als schlecht zu bezeichnen. Man sollte die Schwerpunkte nur anders legen. Hier können beispielsweise verschiedene Radiostationen – sortiert nach Musikrichtung – gestreamt werden. Dabei ist die Qualität in den meisten Fällen sehr gut.
Meldet man sich bei Deezer an, wird man Teil einer Community, kann mp3-Dateien hochladen und Playlisten anlegen. Zum einfachen streamen ist die Anmeldung aber nicht erforderlich. – Neuere Songs wie “Apologize”, “2 hearts” oder auch deutschsprachiges wie “Stark” von Ich und Ich können ohne Probleme gestreamt werden.
Fazit: Aktuellere und bekanntere Sachen lassen sich finden und anhören. Bei Liedern und Interpreten fernab des Mainstreams wird es schwierig bis schlecht. Die Qualität der Lieder überzeugt allerdings.

Songza durchsucht die beiden Internetdienste YouTube und seeqpod nach den Suchbegriffen und bündelt so deren Suchergebnisse unter einem Dach. Das ist einerseits nützlich, da die Chance auf ein Ergebnis verdoppelt wird, führt aber auch zu lästigem durchklicken, um dann einen Song in guter Qualität zu finden, da Songza nicht die Quelle zusätzlich zu den Suchergebnissen anzeigt. So kann es passieren, dass man fünf Versionen von YouTube in schlechter Qualität anspielen muss, um dann vielleicht ein gutes Ergebnis von seeqpod zu erhalten.
Ansonsten ist Songza aber sehr praktikabel im Umgang und Dank der Einfachheit der Oberfläche sehr übersichtlich. Klickt man einen Song an öffnet sich ein Menü mit allen Funktionen die Songza anbietet. Abspielen, teilen mit Freunden, bewerten oder der Playlist hinzufügen. Das Ganze funktioniert ohne Anmeldung. Die Playlist wird gespeichert (zumindest bei mir – ich habe aber auch schon anderes gelesen).
Hört man einen Song, dessen Audiospur über YouTube ausgelesen wird, kann man auch wählen den Song direkt auf YouTube anzusehen.
Direkt in der Auswahl daneben können Informationen zu Lied und Künstler in Google gesucht oder der Titel bei Amazon gekauft werden.
Von meinen 48 Liedern wurden 36 Lieder gefunden. Die Qualität hängt dann eben von der Ausgangsquelle ab.
Ich habe außerdem noch ein Tool gefunden, um die Songza-Suche in den Firefox per “search bar” einzubinden.
Fazit: Die Suchergebnisse waren sehr gut, die Qualität zum größten Teil ebenfalls. Ich würde Songza auf jeden Fall empfehlen.

Seeqpod ist vielleicht optisch nicht so schön wie bspw. Deezer oder Mucelli hat diesen Test aber mit Bravour und als Testsieger bestanden.
Von den 48 Liedern wurden 35 Lieder gefunden.
Auch bei seeqpod besteht die Möglichkeit die entsprechenden Videos auf YouTube zu suchen. Gestreamt wird allerdings von Musikdateien, die irgendwo im Internet vorhanden sind. Daher ist die Qualität in den meisten Fällen besser als ausglesenen Audiospuren von YouTube.
Songza hat zwar ein Ergebnis mehr geliefert, aber eigentlich nur das reichhaltige Angebot von seeqpod wiedergespiegelt. Aus diesem Grund erhält seeqpod den Zuschlag.
Einziger Kritikpunkt ist die Anmeldung um die Playlisten zu benennen und abspeichern zu können. Eigentlich ein K.O.-Krierium. In diesem Fall bin ich die Anmeldung aber gern eingegangen.
Wem das Suchen im Browser zu umständlich ist, kann auch die neue Software Songbeat benutzen. Dieses Tool wird auf dem Computer installiert und durchsucht von dort aus seeqpod und stellt die Lieder dann zum anhören bereit. Dabei gibt es auch eine download-Funktion von der ich allerdings Abstand nehmen würde, da sich dies eher außerhalb des legalen Rahmens bewegt.
Fazit: seeqpod entspricht genau meinen Vorstellungen, hat eine sehr gute Playlistverwaltung und die Qualität der Lieder ist in den meisten Fällen sehr gut. Diesen Musikdienst werde ich in Zukunft hauptsächlich nutzen und kann ihn auch nur weiterempfehlen!
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Hola, eine aufwändige Testreihe mit sehr nützlichen Ergebnissen. Dieser Beitrag wird gleich gebookmarkt! Du hast anderen (= mir) viel Arbeit erspart, jetzt da Pandora endgültig nicht mehr geht. Danke
Also ich oute mich mal und sage: Das Pandora-Konzept habe ich nie richtig verstanden und auch nicht wie ich es am besten benutzen kann. – Ich dachte mit diesem “GlobalPandora” würde es wieder laufen…
Freut mich aber, dass ich zumindest Dir damit helfen konnte. ;-)
Ok, das Prinzip Pandora ist nicht ganz einfach und man muss sich auch anmelden (ist aber nicht zwingend) um fortlaufend die Verbesserungen mitzumachen.
Das Prinzip ist, dass von den Pandora-Mitarbeitern per Hand die Musik auf mehrere 100 Kriterien untersucht wird (Instrumentierung, Melodie, Tonart, Stimme, ….). Wenn man dann einen Song oder Künstler angibt, den man mag, werden Songs, die dieselben Kriterien erfüllen gespielt.
Bei mir hat das erstaunlich gut funktioniert. Und wenn man angemeldet ist, kann man verschiedene “Stationen” mit beliebig vielen Künstlern und Songs erstellen.
Das Tragische ist, dass letzten Juni Pandora nur noch in den USA funktionierte (war vorher eig auch nur für die USA gedacht, aber es wurde nicht geprüft). Die Macher hinter GlobalPandora haben wohl eine Lücke gefunden, wie es trotzdem möglich ist. Aber wie das mit allen Umgehungslösungen ist, hat Pandora darauf reagiert (bzw. reagieren müssen).
Die Restriktion liegt allein in den Händen der Musikindustrie. Ich verstehe das nicht, denn es wird nur gestreamt, genau wie bei den Seiten, die du hier vorgestellt hast.
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