China
Es gibt Dinge, die sind so bescheuert, dass sie mir lange nicht mehr aus dem Kopf gehen. Zum Beispiel die Aussage der chinesichen Regierung, der Dalai Lama – ich wiederhole – der Dalai Lama hätte die Tibeter zur Gewaltbereitschaft angestiftet. Das fällt mir doch sehr schwer zu glauben und es amüsiert mich fast, dass die chinesische Regierung offensichtlich meint, die Welt könnte diesen geistigen Dünnpfiff glauben. Eine UN-Vermittlung lehnen sie dann gleichwohl strickt ab; dabei könnten vermutlich einige Details ans Tageslicht befördert werden, die besser in den Tiefen der kommunistischen – irgendwie diktatorisch wirkenden – Regierung begraben bleiben sollten.
Erste Aufrufe sind zu vernehmen, die Olympischen Spiele sollten boykottiert werden. Der IOC Chef will davon selbstverständlich nichts wissen und sülzt unqualifizierte Sprüche daher, die eigentlich nur erahnen lassen, dass er “sein” Baby retten will. Auch ansonsten stoßen diese Aufrufe eher auf wenig Gegenliebe, da die chinesische Regierung damit angeblich nicht beeindruckt werden könnte und stattdessen die Sportler bestraft würden.
Natürlich verstehe ich das auf der einen Seite. Um ein Land olympiareif zu machen sind sicher Millionen von Nöten, die Sportler trainieren lange Zeit auf diese Wochen hin, logistisch ist bereits ein enormer Aufwand betrieben worden. Und ja – vielleicht kratzt es die hochnäsigen Politbosse in China auch nicht, ob da ein paar muskolös-tranierte Körper weniger tanzen.
Trotzdem bin ich der Auffassung, dass man China so langsam mal klar machen muss, dass sie zwar nach ihren Maßstäben in der Zivilisation angekommen sind, dies nach menschenrechtlichen Aspekten aber auf keinen Fall zutrifft.
Vor einigen Jahren las ich auf einer Internetseite welche Delikte in China mit der Todesstrafe geahndet werden und war entsetzt. Viele “Gaunereien” die bei uns entweder nur mit einer Geldstrafe oder Bewährung bestraft werden, bezahlen Menschen in China mit ihrem Leben. Die abstrusesten dabei sind: schwerer Gemüsediebstahl, Diebstahl von Benzin, Angst vor dem Feind oder Steuerbetrug.
Dann ist da noch die Sache mit dem Internet. Ich habe gelesen, dass die chinesische Regierung einen Filter einsetzt, um selbst die Seiten zu sperren, die lediglich im allerentferntesten China- bzw. Regiemfeindlich sein KÖNNTEN. Damit ist eindeutig bewiesen, dass die Machthaber in China ihre eigenen Bevölkerung für dumm verkaufen wollen und jedwede Kritik an ihren Machtvorstellungen präventiv im Keim ersticken. – Ich weiß, dass die Dinge, die ich hier aufschreibe nicht gerade die absoluten Neuigkeiten sind. Dass wir das alle schon wissen. Und trotzdem: es muss etwas geschehen. Für die Tibeter, für die Menschen in China, für die Menschenrechte und für die Zivilisation.
Ich persönlich fände den Boykott der olympischen Spiele einen Anfang. Noch besser wären scharfe Embargos in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht. China muss im Mark getroffen werden, um Reformen erreichen und durchsetzen zu können.
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So sehe ich das auch.
http://www.dpetereit.de/2008/03/18/tibet/
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