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Boykott führt nur zum Selbstverzicht…

16. April 2008 # 218 views # 9 Kommentare

Gerade habe ich mir überlegt, dass man sich mit Boykotten wirklich nur ins eigene Knie schießt:

Lidl – darf nach den Spitzelattacken und Kamerafauxpas nicht mehr besucht werden, da kann der noch so gegenüber liegen.

Arnold Schwarzenegger Filme: Seit Arnie als knallharter Gouverneur in Kalifornien Gnadengesuche ablehnt, bemühe ich mich keine Arnie Filme mehr zu gucken – ich gebe zu: man verpasst ja nicht wirklich was. Bei Tom Cruise sieht das schon anders aus. Da ist es schon schwieriger drum rum zu kommen und wenn er nun auch noch den guten, alten, eigentlich sehr sympathischen Will Smith belatschert oder schon belatschert hat, fällt der demnächst auch hinten runter.

China Restaurants: Also jetzt bewege ich mich schon im kritischen Bereich. Chinesisch ist nämlich mein allerliebstes Lieblingsessen. Könnte die chinesische Regierung mir nun mal verraten, wie ich darauf verzichten soll?

Der Lieblingsitaliener: Seit den mir nur noch nebulös zugänglichen Erinnerungen an die schmerzhafte Verlängerung des Halbfinalspiels der letzten WM und den im Anschluss vor meiner Nase tanzenden und fahnenschwänkenden Italienern, hat eine Pizza einen faden Beigeschmack. Vorallem weil die Italiener überhaupt unverdient ins Halbfinale gekommen sind. So! Bin ich das auch mal losgeworden!

USA: Dank dem biometrischen Reisepass kann von mir leider kein Land mehr außerhalb der Europäischen Union besucht werden. Fingerabdrücke hinterlasse ich nur freiwillig. Protest!

Also bei aller Solidarität und moralischem Ethos. Bestrafen tut man sich bei sowas doch nur selbst! Grmph!

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9 Kommentare »

  • Ingo meinte:

    OK, bei den ersten zwei ziehe ich noch mit. Die Gedanken kenne ich.
    Nicht so bei den anderen, obwohl ich die USA auch nicht mehr bereisen wollte; “dummerweise” ;) kenne ich da aber liebe Leute, die ich besuchen wollte und wiedersehen musste. Also waren wir letzten Sommer da. Auch ohne biometrischen Ausweis. Dafür wurde unsere Augeniris gescannt. :-!
    Tja, das war es nun entgültig mit der Anonymität.

  • Dany (admin) meinte:

    Nun, gut, wenn man gar nicht drum rum kommt. :)

  • Michael Oeser meinte:

    Ich kann da nicht wirklich zustimmen, denn für alle Varianten gibt es Alternativen, die ggf. sogar besser sind.

    Lidl kann man problemlos durch Aldi ersetzen und wenn die Läden, wie so oft, auf der “grünen Wiese” eines Industriemischgebietes liegen, ist der Tegut sowieso gleich nebenan.

    Ralf Möller hat auch ein paar sinnlose Filme gedreht und steht besser im Futter als Arni.

    Thailändische Essen ist eh viel leckerer als glutamatverseuchtes Chinamampf.

    Fußball interessiert mich nicht, aber notfalls kann man ja auch zum Sarden gehen.

    Schau Dir ein paar Michael Moore Filme an und Du hast sowieso keine Lust mehr in “the land of the weak and the home of the slave” zu reisen. England ist näher und hat mehr Kultur und auf Malte ist auch schönes Wetter.

    :wink:

  • Michael Oeser meinte:

    …sollte “Malta” heißen…nicht, dass jetzt bei “Malte” jemand an “Malle” denkt

  • Dany (admin) meinte:

    Hallo Michael,

    da gebe ich Dir natürlich recht. Ich gehe eh nur selten zu Lidl und fast schon immer zu Aldi. Auch gehe ich weiterhin zum Chinesen und zum Italiener. Arnie-Filme habe ich eigentlich noch nie gesehen, den Tom Cruise mochte ich dagegen eigentlich immer sehr gern – also als Schauspieler.
    Eigentlich wollte ich nur darstellen, dass wenn man sich an alles halten würde, nur um seine politische Meinung zu demonstrieren, man nur selbst in Verzicht stünde.

    Ich gebe zu, dass auch dies wieder in einem direkten Widerspruch zu einander steht. Denn es wäre eigentlich kein Verzicht, wenn ich wirklich 100% hinter der Entscheidung stünde. Und genau da liegt die Schwierigkeit. Dass man – nein ich sollte das persönlicher verfassen: das ICH zwar gerne Statements abgeben möchte – auch nach außen – es gleichwohl aber als Verzicht empfinde.

  • Michael Oeser meinte:

    Tja, der Weg in den Olymp der Gutmenschen ist halt manchmal durch Verzicht geprägt. Aber ich hatte meinen Kommentar auch bewusst mit einem Augenzwinkern versehen.

    Man muss auch nicht auf jeden Boykottzug aufspringen, aber wenn es einem ernst ist, muss man auch mit den Konsequenzen leben…und zwar konsequent.

  • Dany (admin) meinte:

    Das stimmt allerdings…

  • Richard meinte:

    Ich kann dir eigentlich nur bei dem Punkt mit der USA zustimmen.

    Lidl: Ich fahr doch keine 5 Kilometer zum nächsten Lebensmittelmarkt. So dicke habe ich es auch nicht, weshalb ich wohl bei Lidl kaufe.

    Arni: Schon lange kein neuer Film mehr gedreht worden und bei den früheren Filmen war er noch kein Governour. Glaubensrichtung interessiert mich beim Film kaum, wenn die Thematik und Handlung des Films gut sind. Ich trenne ja auch Privat und Beruf und solange ich meinen Job gut mache, ist es egal was ich Privat mache.

    China Restaurants: Warum soll ich den armen Chinesen um die Ecke bestrafen, wenn die Regierung, von der er selbst die Nase voll hat, sturr ist.

    Mit Italien hast du jetzt gerade alte Wunden aufgerissen…

  • Michael Oeser meinte:

    Tja Richard, wenn man ein “Gutmensch” sein will und “das Richtige” tun möchte, muss man hin und wieder auch mal Dinge in Kauf nehmen, die einem selbst unbequem sind.

    Da geht es nicht zu sagen: “Ich verurteile das Handeln von XY und würde es auch boykottieren, aber die “gute” Alternative ist mir zu weit/zu teuer/zu unbequem und außerdem habe ich JETZT gerade keine Zeit”. Das nennt man dann “Stammtischrevolution”.

    Aber bei allem wahren Kern weise ich noch mal ausdrücklich darauf hin (falls es nicht bemerkt wurde), dass mein Kommentar zu dem Thema nicht ganz ernst gemeint war ;-)

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