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Hip sein oder hip sein wollen …

25. Mai 2008 # 213 views # 3 Kommentare

Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die als Trendsetter oder Up-to-Date-Mensch eine komplette Niete darstellen. Das muss ich an dieser Stelle einfach mal wahrheitsgemäß klarstellen. Ich bin froh, dass es nun raus ist.
An mir gehen die neusten Trends vorüber und wenn ich sie dann endlich bemerkt habe, begehren alle Menschen schon wieder etwas ganz anderes.

Überzogen definiert bedeutet das nichts anderes als: Wenn ich mir einen iPod oder iTouch zulegen werde, dann ist es wahrscheinlich schon seit zwei Jahren soweit, dass die Menschen per Laser komplexe 3D-Grafiken aller Musiker und Schauspieler in ihre Wohnzimmer projezieren lassen.

Entdecke ich, dass Amy Winehouse, die ich bis vor kurzem noch für das Aushängeschild der Anonymen Alkoholiker hielt, auch singen kann, hören alle anderen schon Adele oder Duffy.
Entdeckte ich vor wenigen Jahren die komplexe Genialität des einfachen Lebens New Yorker Frauen durch “Sex and the City”, lief bereits die vorletzte Staffel.

Erschwerend hinzukommt, dass ich auch kein designtechnisches Talent besitze. Wenn ich sehe was andere so in ihren Köpfen erschaffen, bin ich regelrecht neidisch, dass ich höchstens weiß was aktuell in der Welt passiert.

Komisch, dass man immer neidet was man nicht hat und das was man hat, nicht schätzt.

Manchmal bin ich aber auch ganz bewusst kein hipper Mensch. Viele Dinge, die einen gewissen Mainstream-Schwanz hinter sich herziehen, langweilen mich schlichtweg. Das war mit Dan Brown so, dass war anfangs mit Harry Potter so, dass ist derzeit mit Indiana Jones so und wird auch in Zukunft mit den Simpsons so sein. Ich benötige keine Hüfthosen, die fast immer nur dazu führen, dass sie von Menschen getragen werden, die es sich figurlich nicht leisten können. Ich besaß noch nie ein NOKIA-Handy und seit Anfang des Jahres weiß ich auch warum!
Ich fahre keine 80 Kilometer nach Ratingen ins Esprit-Outlet, um mich dumm und dusselig zu kaufen und ich war noch nie in Ibiza oder am Ballermann. Sangria-Tonnen sind nicht mein Stil und World of Warcraft berührt allerhöchstens meine Stirnfalten.
Ich gebe keine hunderte von Euro für ein Grafikprogramm wie Photoshop aus und kenne Paintball nur aus dem Fernsehen. Beim Eurovision Contest zittere ich grundsätzlich mit den Interpreten, die am Schluss auf den letzten Plätzen landen, weil sie außer mir offensichtlich niemand gut fand.

Hin und wieder stecke ich im Hip-Sein aber auch aus Versehen und ohne eigenen Antrieb drin. Zum Beispiel bei “Die ??? Fragezeichen”. Die höre ich seit meiner frühen Kindheit und habe das auch nie abgelegt. Irgendwann kam das Hörspiel hören und damit die ??? Fragezeichen wieder in Mode. Auf einmal tat ich etwas, dass tausend andere auch tun wollten.
Mit der Musik von Herbert Grönemeyer bin ich groß geworden. Ich war vor der großen Eröffnung der Köln Arena noch auf einem Grönemeyer Konzert in der alten Sporthalle. Klar, war er auch schon vor “Mensch” erfolgreich, aber erst mit diesem Album wurde Herbert hip und selbst junge Menschen interessierten sich für ihn. Anschließend kam ich auf kein Konzert mehr.

Hip sein, hip sein zu wollen oder hip sein zu verdammen obliegt jedem Menschen selbst.
Ich habe die Erfahrungen gemacht, dass die Definition von Hip eh von jedem Menschen anders ausgelegt wird.

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3 Kommentare »

  • juliaL49 meinte:

    Hm, geht das nicht den Meisten so, da die ganzen Hypes nur inszeniert sind? Bzw. nur jeder ein oder zwei “aus Versehen” mitmacht?
    Ich hasse auch Hüfthosen und einen iPod würde ich mir aus Prinzip nicht zulegen (obwohl ich zwei mp3-Player und ein mp3-Handy habe…)
    Aber abgesehen davon, finde ich es beruhigend zu wissen, dass ich nicht wie ein Lemming jedem hochgepushten Ding hinterherlaufe und sehe darin einen Vorteil bzw. etwas, auf das man stolz sein sollte! :chicken: :cowboy:

  • Dany (admin) meinte:

    Ich habe einen entscheidenden Satz aus dem Beitrag herausgenommen, um nicht anklagend zu klingen: es hat letztlich – genau wie Du sagst – mit Individualität zu tun. Aber schaut man sich links und rechts um, dann legen Menschen viel Wert auf hip sein. Mir ist das nicht wichtig. Ich bin wie ich bin. Mit fast 30 ist man über solch gesellschaftsprägenden Bockmist aber vermutlich auch hinweg. Aber in der Schule dreht sich doch fast alles um hip sein. Man wird immer über seltsame Kleinigkeiten definiert… :?:

  • Dieter Petereit meinte:

    Also, ich bin viel zu hip, um mir über sowas Gedanken zu machen.
    :?:

    Und dennoch geht es mir auch exakt so, wie Du es beschrieben hast. Vielleicht sind wir beide den Trends sogar voraus. Also, weit voraus…

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