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Ich denke schon seit Monaten über das aufhören nach.

19. Oktober 2008 # 696 views # 6 Kommentare

Primär deswegen, weil ich mich tief in meinem Inneren immer nach dem Sinn des Bloggens frage.
Die anfängliche Euphorie, die Welt mit meinen Gedanken überfluten zu lassen und vielleicht mit etwas Glück kommunikative Diskussionen einzuleiten, hat sich allmählich abgeflacht und wich der Realität.

Ich war nie ein kreativer Mensch. Schreiben ist noch mein höchstes Talent und selbst da lege ich beim Bloggen selten mein Herzblut hinein. Immer öfter schmiere ich die Einträge dahin, weil ich denke, meldest Du Dich nicht, verlierst Du alle Deine Stammleser. Ich fühle mich genötigt an Blogparaden teilzunehmen, um neue Blogs zu entdecken oder besser mich entdecken zu lassen, da man bei Diensten wie bloggerei.de oder blogalm.de einfach in der Masse untergeht.
Dann wird schnell ein Beitrag zusammen geschrieben, ein Bild geschustert und ab damit in den Äther. Erfolgt dann nicht die erhofft Resonanz ist die Enttäuschung groß und die Motivation für den nächsten Beitrag einen Ticken geringer.

Ich habe keine Vorstellungen, welche Dinge ich bloggen könnte, die mich vielleicht von anderen Blogs unterscheiden. Mir fallen nicht wie bspw. Julia große Beitragsserien mit dem gewissen Pfiff ein und auch meine politische Motivation, die mich anfangs (Ende 2006) getrieben hat, versiegte in den letzten Monaten fast gänzlich, weil das Hinausposaunen selten Sinn macht.

Hinzu kommt die ständige Vorsicht, die einen Blogger bei jedem Buchstaben verfolgt. Kann ich das jetzt schreiben, welche Konsequenzen hat das, kann ich dieses Bild verwenden und dann kommen auch noch Überlegungen zur Verwendung bestimmter Plugins hinzu. Als Blogger müsste einen (fast) der Eindruck überkommen, man säße auf einem Pulverfass, das jeden Moment droht hochzugehen.

All das wäre mir aber noch egal, wenn ich – wie früher – etwas zu sagen hätte. Aber irgendwie hat mich eine gewisse Abstumpfung überkommen, die mein Interesse für viele Dinge, die mir früher so wichtig erschienen, im Keim erstickt hat.

Trotzdem kann ich diesen Blog nicht aufgeben. Inkonsequent!

Dieser Blog ist mein Baby. Es gibt viele Beiträge auf deren Thematik und Formulierung ich stolz bin. Beispielsweise die “Fuck the…“-Reihe oder aus der Kategorie “Mein Ich” oder “Politisches Nirwana“. Auch die Zeit, die ich in die Gestaltung gesteckt habe, kann ich nicht einfach mit einem Tritt in den Mülleimer verpuffen lassen.
Kurz: das loslassen fällt mir zu schwer. Wie einer Mutter, die ihr Kind in die Welt entlassen muss und weiß, dass nichts mehr so wird, wie es einmal war.

Aus diesem Grunde wird es vermutlich still(er) in diesem Blog.

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6 Kommentare »

  • juliaL49 meinte:

    Ach ja, die Abflauungsphase… Überlegs dir nochmal, denn du hast wirklich ein paar schöne Beiträge geschaffen und da geht noch mehr :-) Doch ich verstehe auch deinen Frust, wenn es nicht so mit der Resonanz klappen will. Meine Erfahrung ist, dass Kommentieren bei Anderen sehr, sehr viele Kommentare bringt (die Leute gucken, wo du “herkommst” und wenn sie deinen Blog mögen (wovon ich ausgehe) kommen sie wieder und abonnieren).
    Blogparaden sind natürlich ein gutes Mittel, aber sollten auch mit Bedacht ausgewählt werden.

    PS: “mit dem gewissen Pfiff”? Hört man gerne :-)

  • Johannes meinte:

    Schade.

    Aber solang du es nicht totenstill wird….

  • Dieter Petereit meinte:

    Was soll man dazu sagen?..

  • Petra meinte:

    Ich hoffe nicht, dass es stiller wird. Denn auch, wenn ich nur unregelmäßig kommentiere, lese ich deine Beiträge sehr gerne und fände es schade, wenn ich darauf verzichten müsste. Ich für meinen Teil, würde was das Kommentieren angeht, Besserung geloben, wenn ich damit einen Teil dazu beitragen könnte, den Blog nicht aussterben zu lassen…. Überleg es dir doch noch mal!

  • fd meinte:

    Ich kann dich da schon verstehen. Aber manchmal muss man das auch nicht groß ankündigen, es ergibt sich einfach. ein Blog ist wie ein Fluss von Worten. Und vielleicht muss man in Zeiten des Blogüberflusses einfach mal schweigen – wa seinen lesenswerten Blog vieleicht auch auszeichnen kann. Auch wenn die Klicks zurückkehren, aber regelmäßige Leser werden ab und zu mal reinschauen. Wie ich das auch tun werde.

  • Dany (admin) meinte:

    Vielen Dank, für die aufmunternden und lieben Worte.
    Der Blog wird seinen Weg gehen. So oder so. Beitrage werden kommen, wenn sie reif sind.
    Ich verschwinde aber sicher nicht ganz.

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