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Das Wort zu Weihnachten – Hey-ho!

23. Dezember 2008 # 212 views # 2 Kommentare

Es jährt sich mal wieder der Geburtstag des Mannes namens Jesus, der von den heilgen drei Königen in Bethlehem begrüsst, viele Jahre später von Judas verraten und von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt wurde.

Ich gehöre nicht gerade zu den gläubigen Menschen auf diesem Planeten, ich möchte mich aber auch nicht als heidnisch bezeichnen (geht auch gar nicht, da ich immerhin getauft bin) oder als vollkommen ungläubig. Trotzdem sehe ich meine Position irgendwo zwischen Atheist (obwohl ich noch immer der Kirche angehöre) und Agnostiker. Während der Atheist tatsächlich ungläubig ist, vertritt der Agnostiker noch die Einstellung, dass es Gott durchaus geben kann, es allerdings keinen rationalen Beweis dafür gibt.

Ich möchte nicht grundsätzlich ausschließen, dass es etwas größeres im Universum als den Menschen gibt. Es käme mir auch sehr vermessen vor, dass wir die einzigen intelligenten Wesen in der Galaxie sein sollen, die nun mehr damit beschäftigt sind, sich selbst und damit alles Leben auszurotten… Hhm. Diese Macht hätte somit auch etwas göttliches.
Die Frage ist also gar nicht, ob man an Gott glaubt oder nicht, sondern vielmehr ob man einfach rational bewerten möchte oder ob man allem Existenten eine höhere Bedeutung angedeihen möchte.
Macht das Leben wirklich mehr Sinn, als die paar Handlungen und Atemzüge die wir zwischen Geburt und Tod vollführen? Soll unser Leben überhaupt einen Sinn über unsere Existenz hinaus haben? Leben wir wirklich aus einem Grund oder aus der Laune der Natur heraus?

Selbstverständlich ist es schier unmöglich zu begreifen wie die Evolution funktioniert. Wer hat den Zellen denn befohlen sich zu teilen – immer und immer wieder? Wer hat einem Herz gezeigt, wie es auszusehen hat? Woher kommt das Wasser? Aus was ist was denn entstanden? Was war zu erst da? Wo kommt das Unsiversum überhaupt her?

Ich glaube, dass die Antwort all dieser Fragen unseren geistigen Horizont vollkommen übersteigt. Auch die Wissenschaft kann keine Erklärungen zu Tage führen. Der Geist braucht aber Antworten, er brauch etwas um das Unverständnis zu kanalisieren. Also haben wir den Glauben an eine höhere Macht, Religion und die Kirche erfunden. Letztere hat sich – meiner Meinung nach – allerdings selbst erschaffen und zu einem Selbstläufer entwickelt. Die Kirche ist ein Regime wie jedes andere. Die Kirche ist eine Hierarchie, die ebenso wie die Politik aus dem Selbstverständnis der menschlichen Vorstellung von Ordnung entstanden ist. Es scheint als sei Bürokratie nicht nur eine typisch deutsche Tugend, sondern ein Urinstinkt! An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass ich den Instinkt auch nur für eine Worterschaffung aus reiner Verlegenheit halte, weil man bestimmten Eigenschaften des Menschen keinen Ursprung zuordnen kann. Durchforstet man den Menschen psychologisch, physiologisch, soziologisch, philosophisch und was mir noch alles für Wörter mit der Endung -logisch einfallen, dann gibt es für bestimmte Verhaltensweisen und Reaktionen einfach keinen Ursprung, keinen Auslöser – platt: keine Erklärung. Instinkt, eben.

Ich finde den Glauben, die Suche nach Gott und das komplizierte Konstrukt der Kirchen sehr interessant – ja sogar höchst unterhaltsam. Ich bin sogar froh, dass sich viele Schriftsteller wahnwitzige und trotzdem überlegenswerte Theorien ausdenken, ob Jesus vielleicht Nachfahren mit Maria Magdalena gezeugt hat oder wie die katholische Kirche funktioniert und welche Geheimnisse hinter verschlossenen Türen gehütet werden sollen. Auch die Theorie der 36 Gerechten, die die Welt im Einklang halten sollen, finde ich durchaus interessant und reizvoll. Was davon Fiktion und Realität ist oder was man für Fiktion und Realität halten möchte, muss jeder Mensch individuell entscheiden.

Wie dem auch sei. Weihnachten nähert sich mit unaufhaltsamen Schritten und wenn mir nicht gleich aus Gottes Zorn der Himmel auf den Kopf fällt, werde ich es wohl auch erleben.
Mein ambivalentes Verhältnis zu Weihnachten resultiert wohl auch aus dem Grund weswegen wir es feiern. Trotzdem bin ich dem deutschen Gesetzgeber dankbar für die Feiertage und freue mich auf die 14 freien Tage, für die ich nur 3 Tage Urlaub opfern muss.

In diesem Sinne wünsche ich all meinen Leserinnen und Lesern besinnliche und kraftschöpfende Feiertage, materielle Bereicherung und viel Nächstenliebe!

Bild der Kirche im Original von stuck in customs (flickr)

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2 Kommentare »

  • Huge meinte:

    Die Kirche hat in ihrer langen Geschichte viele Fehler gemacht und sehr oft nicht in Gottes Sinne gehandelt. Aber sie ist nicht mit dem Glauben gleichzusetzen. Es spielt keine Rolle, ob jemand zur Kirche gehört oder nicht, der Glaube an (den einzig wahren) Gott entscheidet. Es muss mehr geben als nur dieses Leben.

  • Dany (admin) meinte:

    Für die meisten Menschen gehören Kirche und Glaube an Gott allerdings unweigerlich zusammen. Die Vorstellungen, die darin in den Menschen geschürt werden sind ebenso gefährlich, wie es der Glaube an den einen wahren Gott bei fanatischen Menschen. Wie nützlich Religion ist, wage ich nicht zu beurteilen, aber wenn ich sehe wieviel Leid sie anrichtet, frage ich mich – zu Recht wie ich finde – ob Religion wirklich so gut für uns ist.

    Dass es mehr geben muss als mein Leben, dass mir von Tag zu Tag immer kurioser und unsinniger vorkommt, davon bin ich überzeugt. Die Momente in denen ich inne halte und denke: was machst Du da? Wozu soll es gut sein? – häufen sich auf dem Weg zu der Erkenntnis über den Sinn meines Lebens. Wozu soll es gut sein auf der Couch zu sitzen und zu lesen? Wozu soll es gut sein, seine Zeit mit Arbeit und Dingen zu verbringen, die man eigentlich nicht leiden mag?

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