Vom Scheitern des Schreibens
Ich würde mich ja niemals wagen von einem Buch zu sprechen, wenn ich eigentlich nur die Aneinanderreihung von Worten meine. Ein Buch zu schreiben grenzt für mich nahezu an Unmöglichkeit, was es mir gleichzeitig unvorstellbar erscheinen lässt, dass Dieter Bohlen zu so etwas komplexen überhaupt in der Lage ist. Ich spreche also ehrfürchtig von einer Geschichte, von einer Erzählung. Dies suggeriert wenigstens niemandem, dass es sich um mehr als 10 Seiten handeln muss. Geschichten zu schreiben ist nicht leicht, da mir nach mindestens 10 Seiten die Luft ausgeht. Nicht etwa weil ich meine Phantasie nicht anregen könnte, sondern weil ich dann anfange in meiner eigenen Erzählung unlogisch zu werden, Details vergesse oder mich selbst in eine Richtung treibe, in der ich ursprünglich gar nicht ankommen wollte.
Ich bewundere Schriftstellerinnen wie Jodi Picoult, sie es schaffen ihrem Buch ein Ende zu geben, dass der Leser eigentlich nicht erwartet und wahrscheinlich aus der Happy-End Stimmung heraus auch nicht lesen möchte. Sie schreibt es aber trotzdem. Der Mut zu der Sterblichkeit seines Charakters, dem man Eigenschaften einflössen möchte, über deren Präsenz man selbst im Realleben glücklich wäre, macht unweigerlich einen Protagonisten, dem man nur das Beste wünscht. Das Beste ist dabei weder der Tod, noch Krankheiten oder Leid. Daher verkommen meine gut gemeinte Figuren letztlich zu irgendwelchen Weicheiern oder verlieren sich in im Kitsch.
Kitsch ist der elende Tod einer Geschichte. Eine Erzählung sollte sich auf dem schmalen Grat zwischen ehrlichen Gefühlen und nicht allzu theatralisch wirkenden Situationen bewegen. Dramatik darf sein, Theatralik wirkt aufgesetzt. Die Vorkommnisse müssen dem Charakter abgenommen werden, dabei ist es unerlässlich auf altkluge Wortspielerein zu verzichten, die nur unsympathisch und besserwisserisch klingen. Wie dem auch sei – Atmosphäre zum lesen zu schaffen ist schwerer als ich dachte. Sicherlich ein Grund dafür, warum sich ungefähr 12 Ansätze auf meiner Festplatte tummeln, die mit einer guten Idee anfingen und mit Inkonsequenz endeten.
Photo im Original von higginskurt (flickr)
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Dieter Bohlen hat nur genügend Geld um schreiben zu lassen :D
Da gebe ich Dir Recht. Dieser Wiederspruch fiel mir beim erneuten Lesen des Beitrages auch auf. Der hatte doch diese Bild-Kolumnisten…
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