Wunschhören! – 1990s
Meine Brit-Pop/Rock Zeit ist ja nun schon ein paar Jahre her – acht um genau zu sein – seitdem hat sich mein Musikgeschmack mehr als um 180 Grad verändert.
Umso erfrischender, dass sich Julia für die Aktion Wunschhören stilistisch eine Band bzw. ein Album ausgesucht hat, dass nicht mehr dem Klischee britischer Rockmusik entsprechen kann. Den Sänger der Band – dessen Ausdruck immer ein bisschen rotzig-aggressiv wirkt – stelle ich mir wie Pete Doherty vor. Ein Blick auf einige Bilder der Band überzeugte mich, dass diese Assoziation nicht zutrifft, bestätigte gleichzeitig aber, dass sie trotzdem wir typische britische Musiker aussehen: nicht schön, aber trotzdem interessant.
Die Texte der Band drehen sich um Party, Drogen, Mädchen. Also frei nach dem altbewährten Motto: Sex, drugs und rock ‘n roll. Typisches Klischee und fast schon langweilig. Die Schiene haben die Sex Pistols, Oasis und wie sie alle heißen schon vor Jahrzehnten ausgelutscht.
Trotzdem kann man sich der Musik – spätestens nach dem zweiten durchhören – nicht ganz entziehen. Die Musik verführt zum wippen, beim dritten Mal erwische ich mich dabei schon ein paar Worte mitzusingen.
Ach: und schon die Beatles schafften es aus einem “Lalalala” oder “Obladi-oblada” einen Hit zu kreieren. Das können 1990s definitiv auch; davon kann man sich bei “See you at the light” und “Arcade Presinct” überzeugen.
Insgesamt erfinden 1990s die britisch-emperiale Musik im Genre (Indie-) Rock nicht neu, aber sie haben dafür das Talent sie entsprechend gut zu präsentieren und den Hörer mitzureißen. Dabei bin ich froh, dass ich nun auch ein Album habe, dass ich bei schönem Wetter anhören kann, da es in letzter Zeit doch dem Winter entsprechend eher melancholische Musik auf meine Ohren gab. Im Auto wird der Lautstärkenregler auf jeden Fall überstrapaziert und der Nacken durch Wippübungen endlich wieder gelockert.
Wem also britischer Indie-Rock gefällt, der ist hier sowieso gut aufgehoben und alle anderen sollten sich wirklich die Mühe machen das Album “Cookies” zweimal durchzuhören. Die Magie entfaltet sich beim Deja-vu-Erlebnis. Versprochen!
Unbedingte Hörempfehlung: “See you at the light”
Interpret: 1990s
Album: Cookies
Veröffentlichung: 2007
Label: Rough Trade (Indigo)
Wunschkind: Julia
Blog: http://49suns.de
Foto im Original von *peter (flickr)
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Herlich geschrieben :) Obwohl ich die nicht wirklich in den Britpop einordnen würde, da doch ein bisschen zu viel Punk drin ist. Und die sehen ja wirklich nicht wie die Beaus aus! (was wiederum zum Punk passt)
Von Cookies finde ich “You’re Supposed to Be My Friend” am besten. Falls bei Napster noch irgendwann Kick verfügbar sein sollte, hör unbedingt mal in “Sparks” rein.
Ja Britpop trifft nicht zu. Deswegen habe ich es ja dann auch eher der Indie-Rock-Szene zugeordnet. Für Punk fand ich es allerdings ein bisschen zu “harmlos”. Trotzdem freut es mich, dass Du mehr oder weniger einverstanden bist.
Der nächste Tipp kann gerne kommen.
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