Wunschhören! – Element of crime
Letztens versucht ich einer anderen Person zu erklären welche Musikrichtung Element of crime abdecken. Dieser Versuch blieb schlußendlich ohne Erfolg und ich konnte nur mit abstrusen Vergleichen aufwarten.
Kennt jemand die androgynen Chanson-Kabarettisten von Malediva und deren musikalischen Einlagen?
Dieses Grundgerüst gemischt mit tradiotionellem Heimatgefühl und dem Wunsch nach Hans Albers’ “Auf der Reeperbahn…” Das alles ist Element of crime für mich.
Hinzu kommen die Texte und Melodien, die man sich gut als dokumentar-instrumentale Unterlegung von norddeutschen Landschaftsbildern vorstellen kann. Da stört es auch nicht, dass die Gruppe weder aus Hamburg noch Kiel, sondern aus Berlin kommt.
Während ich der Musik lausche und ungewollt einen Heimatmythos der ländlichen Norddeutschen in meinem Kopf zeichne, stelle ich mir eine schummrige, verrauchte Dorfpinte vor, in der man mit einem frischen, kühlen Bier an einem der runden Tische die dunkelroten Samtvorhänge der Bühne betrachtet. Auf der dahinterliegenden Bühne spielen Sven Regener und Konsorten umgeben von malerischen Rauchwölkchen.
Die Musik bildet die Basis der Gedanken und stärkt den längst verlorenen Glauben an sogenannte Heimatmelodien. Wer singt denn sonst von einer so belanglosen Stadt wie Delmenhorst, als wäre sie die glühende Liebe seines Lebens? (siehe Video)
Das erste Mal in meinem Leben empfinde ich es als Jammer, dass Volksmusik gemeinhin mit Stefanie Hertel asoziiert wird.
Wer sich wenigstens ein bisschen mit Chansons anfreunden kann (und damit meine ich nicht Patricia Kaas oder wie die heißt) und Albers eine coole Sau nennen würde, kann mit Element of crime nichts falsch machen.
Dabei gebe ich zu, Musik wie diese muss man mögen. Aber wenn, dann richtig.
Mein Herz macht Luftsprünge bei so extrem tollen Textzeilen wie:
- Finger weg von meiner Paranoia, die war mir immer lieb und teuer… – Spitze! Super! Cool! Ähm, usw. (siehe Video!)
Unbedingte Hörempfehlung: “Finger weg von meiner Paranoia”
Interpret: Element of crime
Album: Mittelpunkt der Welt
Veröffentlichung: 2005
Label: Universal Music
Wunschkind: fd
Blog: dreiundvieriger
Photo im Original von polaroidmemories (flickr)
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Hi Dany, schön, dass es EoC in deine Aktion geschafft haben. Mit der Musik kann ich mich nicht immer anfreunden, aber diese Texte, diese schön formulierten kleinen Anekdoten gefallen mir richtig gut.
Und manchmal ist die Wahrheit kurz und knapp in einem Satz: Da wo meine Füße stehn, da ist der Mittelpunkt der Welt.
Liebe Grüße!
Die Musik ist – je öfter man sie hört – wirklich ein Teil dessen was die Musik von EoC ausmacht und auch betont. Die Schwere der Melodien passen perfekt zu den bedeutungsvollen Texten.
Das Zitat bzgl. dem Mittelpunkt der Welt: perfekt!
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