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Der erste Eindruck #2

5. Juli 2009 # 721 views # 1 Kommentar

Die folgenden Alben sind eine willkürliche Auswahl der in der letzten Woche (20. – 26. Juni 2009) erschienenen Platten. Ich habe bei der Bewertung lediglich auf meinen ersten Eindruck nach dem ersten (!) Hördurchgang abgestellt, weswegen diese Einschätzung nicht unbedingt in der Zukunft Bestand haben muss. Ich habe die Interpreten und ihren Werdegang vor der Bewertung nicht gegooglet oder mich sonst weitergehend über sie informiert. Alles was an Information enthalten ist, wusste ich entweder oder habe es im Vorfeld bereits in anderen Artikeln gelesen. Alles Geschriebene entspricht meiner subjektiven Einschätzung und dem kann entweder zugestimmt oder widersprochen werden. (Die weiterführenden Links zu den einzelnen Interpreten wurden von mir erst nach Fertigstellung des Artikels hinzugefügt)

Nouvelle Vague – 3

Nouvellevague-3Schätzungsweise handelt es sich bei dem Album um das dritte von Nouvelle Vague – eine weitere Mutmassung für den Albentitel würden den Rahmen sprengen und soll eigentlich auch nicht Gegenstand dieses Beitrags sein. Sehr ruhige Musik, mit einer ruhigen, sanften Stimme. Bereits beim dritten Lied gibt es Wiederekennungswert. Allerdings liegt das an der Coverversion des Talking Heads Klassikers “Road to nowhere“. Dabei bin ich mir noch uneinig, ob ich sie gut finden soll. Der Nummer wurde Tempo genommen und ein an Country und Folk anmutendes Gewand übergeworfen. Ansonsten habe ich bei jedem Lied die unbändige Lust, der Sängerin auf den Rücken zu klapsen, um sie ein bisschen mehr in Rage zu bringen, die Lieder aus sich herauskommen zu lassen. Ansonsten bodenständies Easy-Listening mit Ohrwurmcharakter. Ah, und zum Schluss fällt mir auch ein, warum mich Master & Servant bereits stutzen ließ: Depeche Mode und fast vor Schluss des letzten Liedes erkannte ich “So lonely” als  Police-Werk. Bei Police bin ich übrigens kleinlich, deswegen geht das mal gar nicht! (Wahrscheinlich sind das alles Cover und ich habe es nicht verstanden – habe ja aber auch nicht gegooglet. Ihr könnt mich nun also auch gern in den Kommentaren auslachen, falls ich es wirklich nicht gerafft habe).

Nouvelle Vague bei myspace
Nouvelle Vague bei last.fm
Nouvelle Vague bei wikipedia

Deastro – Moondagger

moondaggerWas wie ein Retro-Videogame für den damaligen Nintendo NES klingt, beginnt auch im ersten Lied mit einem Ausschnitt aus einer dieser schrechlichen Midi-Dateien. Danach wird es ein bisschen hektisch (Vermutlich fühle ich mich nach dem relaxten, chilligen und in Trance versetzenden Album von Nouvelle Vague auch nur aufgeschreckt)………… Ok, ich bin aklimatisiert!
Also los. Elektronische Musik ist nur in sehr großen Ausnahmefällen mein Fall. Diese Ausnahmen sind so oft an der Tagesordnung, wie es im “Death Valley” regnet. Fairerweise muss ich an dieser Stelle aber zugeben, dass die elektronischen Elemente nicht immer so dominant über die Songs herrschen, wie es auf den ersten Eindruck scheint. Sieht man das Album im großen, ganzen Zusammenhang, könnte man meinen es handelt sich um einen Soundtrack für ein Weltraumepos oder auch für ein eingangs erwähntes (jetzt) modernes Videospiel. Synthie- und Rocksounds wechseln sich atmosphärisch ab. Die Musik muss – ähnlich wie MGMT oder Empire of the sun – gefallen und ist vielleicht auch gewöhnungsbedürftig. Ich glaube ich riskiere noch einen zweiten Durchgang.

Deastro bei myspace
Deastro bei last.fm

Passion Pit – Manners

mannersKopfstimmen scheinen derzeit der Schrei in der Indie- und Alternative-Szene zu sein. Hin und wieder macht das ja sogar Spaß, wenn Männer wie kastrierte Schweine durch die Gegend jodeln. Wichtig ist dabei, dass man den schmalen Grat zwischen ertragbaren Tonhöhen und abdriftenden Tiefschlägen ausbalanciert und trotzdem noch Konzentration auf den Rest des Liedes legen kann.
Das gelingt Passion Pit über weite Strecken sehr gut. Die Lieder wirken eingängig und haben “Mit-Wipp-Charakter”. Hier werden Electrosound und Pop-Elemente gut kombiniert. Heraus kommen schöne Melodien und ein Album, dass sich wirklich gut hören lässt und ich mir definitiv noch ein- bis zweimal anhören werde, um ein abschließendes Ergebnis zu fällen. Ich würde mal keck behaupten: wer MGMT und I’m from Barcelona mag, kann hier potentiell eine neue Leidenschaft entdecken.

Passion Pit bei myspace
Passion Pit bei last.fm
Passion Pit bei wikipedia

Siva – Same sights, new light

sivaDen Interpreten- oder Bandnamen habe ich vorher noch nie gehört. Folglich hatte ich keine Ahnung welche Art von Musik mich nach Drücken auf die “Play”-Taste erwarten würde.  Ich bin mir allerdings sicher, dass ich das nach diesem sehr kurzen Statement getrost wieder vergessen kann und auch werde: Laaaangweilig!
Hat Potenzial als anerkanntes Mittel gegen Schlaflosigkeit verschrieben zu werden.
(An dieser Stelle hätte ich gerne eine Audiodatei eingestellt, die es dem werten Leser ermöglicht hätte, das tiefe, herzhafte Gähnen meinerseits nachempfinden und in seiner Intensität erfassen zu können)

Siva bei myspace
Siva bei last.fm

Wavves – Wavv(v)es

wavvvesDas dritte “v” des Albennamens habe ich in Klammern gesetzt, weil sich offensichtlich die einschlägigen Musikdienste und mp3-Anbieter nicht einig werden können, ob das Album nun Wavves oder Wavvves heißen soll. Da ich nicht weiter googeln kann, heißt es für diesen Beitrag nunmal “Wavv(v)es – was auch Charme hat.
Mir fallen direkt beim Opener wie auch beim darauffolgenden Lied die Ohren ab. Für Freunde der schrammelnden, hektischen E-Gitarren sicher ein Mekka, für meine zartbeseiteten Gehörgänge und mein sanftes Wesen aber zuviel Adrenalinproduktion. Vorallem frage ich mich gerade, ob ich eine höfliche Anfrage bei “Napster” stellen soll, ob die mp3-Dateien kaputt sind, da die Lieder sich bisher alle anhören, als wären sie durch einen Equalizer übersteuert worden. (Gut – jetzt google ich doch mal). Nach einer Hörprobe bei myspace habe ich realisieren müssen, dass diese Verzerrung offensichtlich sowohl vom Künstler wie vom Produzenten gewollt sein muss. Für mich ist das Ohrenfolter. Der Sänger hört sich an, als hätte er Crack genommen (was wahrscheinlich bei den Aufnahmen auch dem Produzenten anheim gekommen sein muss). Ich muss vorzeitig nach 5 von 17 Songs abbrechen, da ich befürchten muss, dass ich ertaube!

Wavves bei myspace
Wavves bei last.fm

Rob Thomas – Cradlesong

cradlesongAls ich noch jünger war – also so 17 – da war es schon wahnsinnig fernab des Mainstreams, wenn man “Matchbox Twenty” kannte und dann auch noch mochte und CDs von denen besaß. Da war man so etwas wie der Musikkenner, der Musikguru. Mit der Zeit relativiert sich ja so einiges.
Soweit ich weiß, hat Rob Thomas bereits vor ein paar Jahren einen Soloflug unternommen. Kann mich jetzt aber an kein Lied erinnern. Egal.
Die Stimme von Rob Thomas ist klar, ein bisschen rau. Das ist eingängig, das freut. Die Musik ist allerdings der Einheitsbrei, den man von vielen Künstlern so vorgesetzt bekommt: ein bisschen eintönig und deswegen langweilig und vorhersehbar. Guter Pop, den man nebenbei (wenn man nicht so auf die Musik achtet) gut als Hintergrundmusik laufen lassen kann, für mich bei bewusstem Musikhören aber einfach nicht in Frage käme.

Rob Thomas bei myspace
Rob Thomas bei last.fm
Rob Thomas bei wikipedia

Nachrichtlich:

Billy Talent – III

Ist leider bei Napster nicht verfügbar.

Bob Sinclair – Born in 69

Tue ich mir gar nicht erst an. Das ist wahrscheinlich typische Discothekenmusik, die bei Public Viewing die Maßen bewegen würde, wenn wir versuchen krampfhaft Sommermärchen zu feiern. Ja, auch ich habe Vorurteile!

Fazit:

Außer Passion Pit hat mich nicht wirklich etwas vom Hocker gerissen und auch da gibt es – zumindest nach dem ersten Hördurchgang – ebenfalls einige Abstriche. “Moondagger” und “3″ werden auf jeden Fall noch mal durchgehört, um zu sehen, ob mein Interesse gestärkt werden kann.

So und nun kann sich – wer will – in den Kommentaren austoben. Habe ich Alben vergessen, die unbedingt gehört werden wollen oder ist jemand bei den o.g. Alben ganz anderer Meinung?

Beitragsfoto im Original von krazydad/jbum (flickr); die Rechte der Albencover liegen bei wem auch immer – jedenfalls nicht bei mir!

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1 Kommentar »

  • juliaL49 meinte:

    Ja, Nouvelle Vague machen nur Cover :) Klingt mir auch ein bisschen zu ruhig und deinen Drang nach Klapsen kann ich verstehen. Als Single könnte ich mir den einen oder anderen Song vorstellen, aber ein ganzes Album ist schwer durchzuhalten.

    Passion Pit werde ich mir definitv mal anhören.

    Wavves werden zur Zeit ziemlich gehypt, was ich nicht vverstehen kann – schönnn dass es dir ebennnso gehttt.

    Und ja, Rob Thomas ist ok, aber er tritt so dermaßen auf der Stelle!

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