Das Albenkritik Stöckchen – The Weakerthans und St. Vincent
Mein eigenes Stöckchen hat auf drei Wegen wieder nach Hause gefunden und wird nun hier fürsorglich bemuttert, um es anschließend wieder auf Reisen zu schicken. Allerdings muss ich an dieser Stelle auch sagen, dass es ein bisschen aus dem Ruder gelaufen ist, weil einige nicht mehr auf den ursprünglichen Artikel verlinkt haben und ich somit momentan versuche manuell alle Alben in Sicht zu behalten. Allerdings erschwert sich dies, da das Stöckchen mittlerweile an so viele Leute weitergeworfen wurde, dass ich allmählich den Überblick verliere. Deswegen bitte ich es zu entschuldigen, falls ein Blog mit seiner Kritik nicht verlinkt wurde. Kurzer Kommentar oder Email genügen und ich hole dies nach.
The Weakerthans – Left and Leaving (geworfen von alsicheinhamsterwar)
Last.fm huldigt der Band in ihrer Band-Beschreibung mit folgenden einleitenden Worten:
“The Weakerthans sind eine Indie Rock-Band aus Winnipeg, Kanada, die für ihre melodischen, auch textlich anspruchsvollen Post Punk-Songs mit Folk-Einflüssen bekannt ist.”
Das impliziert ja nun mehr oder weniger die eierlegende Wollmilchsau eines Musikgenres. Nun denn, los geht’s.
Direkt wird klar, es handelt sich bei den Songs von Left & Leaving sicher um sehr hörbare, eingängige Musik, der aber der letzte Pfiff und damit die Individualität fehlt. Die Songs lassen – selbstredend meiner Meinung nach – an dem oben genannten melodischen Anspruch fehlen. Ich folge bei meinem Musikgeschmack keinem Raster oder einem roten Faden. Die Musik muss gefallen. Ich kann auch nie sagen, ich mag elektronische Musik nicht, denn dies würde schlichtweg nicht stimmen. Wenn es die richtigten Tonabfolgen aufweist, kann meine Begeisterung durchaus ein kreatives Eigenleben entwickeln. Das entsteht bei diesem Album allerdings nicht. Ich höre es mir gern an, ich kann es auch im Auto, auf der Couch, im Bett, während des Arbeitens anhören. Ja! Aber ich würde es mir nicht bewusst auf mein iPhone laden.
Trotzdem wartet das Album mit Sanftmütigkeit und Melancholie auf. Jeder der jemandem hinterher trauert oder einen Soundtrack fürs Vergessen benötigt ist hier gut aufgehoben.
St. Vincent – Actor (geworfen von beetfreeq)
Dieses Album wollte ich mir schon seit ewigen Zeiten anhören, hatte aber immer Anderes zu tun. Nun bin ich froh, dass es in Form zwangloser Empfehlung den Weg zu mir gefunden hat. Schaut man sich die etwas schüchtern, aber zuversichtlich dreinblickende Dame des Covers von “Actor” an, würde man nun soliden Püppchen-Pop erwarten. Die ersten Takte von “The Strangers” belehren den Hörer eines Besseren. Hier geht es nicht um Püppchen-Pop, sondern um ambivalentes Melodienverhalten zu gesungenen Worten. Während die Musik zum Wippen und Mitsingen animiert, singt St. Vincent von Blumen die sie um sich wirft und davon, dass schware Löcher schwärzer werden müssen.
Auch ansonsten ist Ms. Clark textlich ein wenig wunderlich unterwegs und man ist geneigt zu fragen, welche Psychosen sie beim Schreiben wohl antrieben. Wem “The Strangers” allerdings nicht düster genug ist, spult einfach weiter bis “Black Rainbow”. Spontan fällt mir folgende Textzeile ein: “Paint the black hole blacker like a Black Rainbow”. In “Black Rainbow” findet orchestrale Instrumentalisierung statt, während sich der Takt stakkato-artig durch das Lied hechelt. Düstere Materie wird hier auf einen markanten Punkt zugespitzt. Bevor es im nächsten Lied “Laughing with a mouth of blood” musikalisch trügerisch beschwingt weitergeht. Nahezu so beschwingt, wie es bei dem Titel möglich ist.
Insgesamt ist das Album experimentell und gewagt, textlich über weite Strecken ein bisschen zu düster und exzentrisch. Für meinen Geschmack ist dies auf Dauer zu anstrengend.
So, ich schicke dieses Stöckchen nun an den lieben Sascha von endgültig weiter und bitte ihn sich dochmal das Album von Mumford & Sons “Sigh no more” vorzunehmen. Viel Spaß dabei.
Foto im Original von janesdead (flickr)
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Ja, sehr gern. Und dann weiter werfen an nur EINE Person, nehme ich an. Oder?
Schön, das es endlich weiter geht. Ich liebe dieses Stöckchen.
Das Stöckchen kann gerne auch an mehrere Leute geworfen werden. Wichtig dabei ist einfach nur, dass sie einen Trackback auf die Alben-Kritikstöckchen-Seite setzen, damit alle den Verlauf des Stöckchens mitverfolgen können und es nicht untergeht.
Freut mich aber, dass Du Dich über das Stöckchen freust!
[...] herself hat die ihr zugeworfenen Alben gehört und rezensiert. Und nun hat sie mir ein neues Album zugeworfen. Ich soll mir nun also Mumford & Sons „Sigh No More“ anhören. Wie der Zufall es [...]
So, ich bin dann soweit und nachdem ich das Album rauf und runter gehört habe, pflege ich nun in guter alter Tradition das Stöckchen und habe es “kritisiert” und weiter geworfen…
http://www.endgueltig.com/2010/01/19/albenkritik-stoeckchen-mumford-sons/
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Eine Sammlung von Albenkritiken aus (Klein-)Bloggersdorf
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