Wunschhören! – The Mighty Stef
Vor ein paar Tagen habe ich Euch aufgerufen mir Vorschläge für den zweiten Durchgang des Blogprojekts “Wunschhören!” zu machen. Dabei kann ein beliebiges Album genannt werden, dass dann von mir in einem seperaten Blogbeitrag auf meine gewohnte Art und Weise besprochen wird. Bisher sind insgesamt vier Vorschläge eingegangen, es dürfen aber auch ruhig noch ein paar mehr werden.
Los geht es mit Julias Vorschlag – The Mighty Stef “100 Midnights”.
Interpret: The Mighty Stef
Album: 100 Midnights
Veröffentlichung: 2009
Label: RMG Digital
Wunschkind: Julia
Blog und Twitter: 49suns @49suns
Julias Vorschlag produzierte erst einmal ein großes Fragezeichen über meinem Kopf. Der erste Durchgang war durchwachsen und unentschlossen. Der Sänger weckt stimmlich bei mir eine spontane Assoziation zu Nick Cave. Diese etwas weinerliche Intonation, diese Tiefe in der Stimme und diese Reibeisen geschwängerten Stimmbänder.
Der Opener “Downtown” kommt ruhig und folkig daher und lädt zum wippen der Kniegelenke ein, der zweite Streich beginnt mit dem zarten Gesang einer Dame, der schnell von punkigen Einlagen und der bereits beschriebenen Stimme des Sängers in seiner Jungfräulichkeit zerschnitten wird. Ich wäre nicht so vermessen zu behaupten es handele sich bei diesem Werk um ein wahres Punkalbum, dafür fehlt mir oft die Aggressivität, für ein reines Pub-Album widerrum sind Songwriting und Talent zu aufgebläht. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen, wie diese Band auf einer großen Bühne in einer Großen Halle funktionieren soll, da sie wie gemacht für die heimelige Kleinhalle am Stadtrand ist, die ihren Fans am liebsten auf dem Schoß sitzt oder zumindest mit Gitarre oder Mundharmonika bewaffnet durch die Reihen schreiten würde.
Nach mittlerweile mehrmaligem Hören muss ich sagen, dass ich mir dieses Album gern anhöre, es aber nicht bewusst tun würde. Dafür ist es zu weit von meinem eigenen Geschmack entfernt, trotzdem attestiere ich diesem Werk eine gewisse Genialität. Es kann den Hörer auch ohne Fan-Ambitionen begeistern und ggf. sogar an sich binden.
Dabei wird die irische Abstammung gut und authentisch transportiert. Sogar ein Akkoredeon findet Platz in der Reihe zwischen Drums, Gitarren und Mundharmoniker. Es finden sich ebenso chorale Stimmgewalten in “100 Midnights” oder “I swear I have no feeling for that girl” wieder und erinnern entfernt an die guten alten Erzählbarden vergangener Zeiten und beweisen, dass Lieder mit “Lalala” oder auch “Schalala” im richtigen Kontext ein ganzes Lied tragen und veredeln können.
Insgesamt haben The Mighty Stef hier ein grandioses Album gezaubert, dass viele Zuhörer finden wird.
Anspieltipp: The Might Stef – Downtown
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Oh, schick gemacht mit dem Infokasten! Und die Beschreibung gefällt ebenfalls sehr gut, denn du hast nicht aufgegeben und dir Album genau angehört :)
Und:
Nein, das “nicht aufgeben” ist ja die zentrale Aufgabe dieses Projektes. Außerdem entfalten manche Alben ja auch – wie beschrieben – erst auf den zweiten oder dritten Hörgang ihr wahres Potential. Ein neuer Vorschlag ist also gern gesehen!
[...] und handwerklich für dieses Musikgenre als absolut gelungen halte. Aber wie bereits bei Julias Vorschlag, kann ich mich selbst mit dieser Musik nicht anfreunden. Zu laut, zu durcheinander, zu wenig [...]
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