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	<title>Das DanyWeb &#187; weihnachten</title>
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	<description>Die Kunst des (Un-)Sinns</description>
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		<title>Das Wort zu Weihnachten &#8211; Hey-ho!</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 21:08:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es jährt sich mal wieder der Geburtstag des Mannes namens Jesus, der von den heilgen drei Königen in Bethlehem begrüsst, viele Jahre später von Judas verraten und von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt wurde.
Ich gehöre nicht gerade zu den gläubigen Menschen auf diesem Planeten, ich möchte mich aber auch nicht als heidnisch bezeichnen (geht auch gar nicht, da ich immerhin getauft bin) oder als vollkommen ungläubig. Trotzdem sehe ich meine Position irgendwo zwischen Atheist (obwohl ich noch immer der Kirche angehöre) und Agnostiker. Während der Atheist tatsächlich ungläubig ist, vertritt ...


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Es jährt sich mal wieder der Geburtstag des Mannes namens Jesus, der von den heilgen drei Königen in Bethlehem begrüsst, viele Jahre später von Judas verraten und von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt wurde.</p>
<p>Ich gehöre nicht gerade zu den gläubigen Menschen auf diesem Planeten, ich möchte mich aber auch nicht als heidnisch bezeichnen (geht auch gar nicht, da ich immerhin getauft bin) oder als vollkommen ungläubig. Trotzdem sehe ich meine Position irgendwo zwischen Atheist (obwohl ich noch immer der Kirche angehöre) und Agnostiker. Während der Atheist tatsächlich ungläubig ist, vertritt der Agnostiker noch die Einstellung, dass es Gott durchaus geben kann, es allerdings keinen rationalen Beweis dafür gibt.</p>
<p>Ich möchte nicht grundsätzlich ausschließen, dass es etwas größeres im Universum als den Menschen gibt. Es käme mir auch sehr vermessen vor, dass wir die einzigen intelligenten Wesen in der Galaxie sein sollen, die nun mehr damit beschäftigt sind, sich selbst und damit alles Leben auszurotten&#8230; Hhm. Diese Macht hätte somit auch etwas göttliches.<br />
Die Frage ist also gar nicht, ob man an Gott glaubt oder nicht, sondern vielmehr ob man einfach rational bewerten möchte oder ob man allem Existenten eine höhere Bedeutung angedeihen möchte.<br />
Macht das Leben wirklich mehr Sinn, als die paar Handlungen und Atemzüge die wir zwischen Geburt und Tod vollführen? Soll unser Leben überhaupt einen Sinn über unsere Existenz hinaus haben? Leben wir wirklich aus einem Grund oder aus der Laune der Natur heraus?</p>
<p>Selbstverständlich ist es schier unmöglich zu begreifen wie die Evolution funktioniert. Wer hat den Zellen denn befohlen sich zu teilen &#8211; immer und immer wieder? Wer hat einem Herz gezeigt, wie es auszusehen hat? Woher kommt das Wasser? Aus was ist was denn entstanden? Was war zu erst da? Wo kommt das Unsiversum überhaupt her?</p>
<p>Ich glaube, dass die Antwort all dieser Fragen unseren geistigen Horizont vollkommen übersteigt. Auch die Wissenschaft kann keine Erklärungen zu Tage führen. Der Geist braucht aber Antworten, er brauch etwas um das Unverständnis zu kanalisieren. Also haben wir den Glauben an eine höhere Macht, Religion und die Kirche erfunden. Letztere hat sich &#8211; meiner Meinung nach &#8211; allerdings selbst erschaffen und zu einem Selbstläufer entwickelt. Die Kirche ist ein Regime wie jedes andere. Die Kirche ist eine Hierarchie, die ebenso wie die Politik aus dem Selbstverständnis der menschlichen Vorstellung von Ordnung entstanden ist. Es scheint als sei  Bürokratie nicht nur eine typisch deutsche Tugend, sondern ein Urinstinkt! An dieser Stelle möchte ich noch anmerken, dass ich den Instinkt auch nur für eine Worterschaffung aus reiner Verlegenheit halte, weil man bestimmten Eigenschaften des Menschen keinen Ursprung zuordnen kann. Durchforstet man den Menschen psychologisch, physiologisch, soziologisch, philosophisch und was mir noch alles für Wörter mit der Endung -logisch einfallen, dann gibt es für bestimmte Verhaltensweisen und Reaktionen einfach keinen Ursprung, keinen Auslöser &#8211; platt: keine Erklärung. Instinkt, eben.</p>
<p>Ich finde den Glauben, die Suche nach Gott und das komplizierte Konstrukt der Kirchen sehr interessant &#8211; ja sogar höchst unterhaltsam. Ich bin sogar froh, dass sich viele Schriftsteller wahnwitzige und trotzdem überlegenswerte Theorien ausdenken, ob Jesus vielleicht Nachfahren mit Maria Magdalena gezeugt hat oder wie die katholische Kirche funktioniert und welche Geheimnisse hinter verschlossenen Türen gehütet werden sollen. Auch die Theorie der 36 Gerechten, die die Welt im Einklang halten sollen, finde ich durchaus interessant und reizvoll. Was davon Fiktion und Realität ist oder was man für Fiktion und Realität halten möchte, muss jeder Mensch individuell entscheiden.</p>
<p>Wie dem auch sei. Weihnachten nähert sich mit unaufhaltsamen Schritten und wenn mir nicht gleich aus Gottes Zorn der Himmel auf den Kopf fällt, werde ich es wohl auch erleben.<br />
Mein ambivalentes Verhältnis zu Weihnachten resultiert wohl auch aus dem Grund weswegen wir es feiern. Trotzdem bin ich dem deutschen Gesetzgeber dankbar für die Feiertage und freue mich auf die 14 freien Tage, für die ich nur 3 Tage Urlaub opfern muss.</p>
<p>In diesem Sinne wünsche ich all meinen Leserinnen und Lesern besinnliche und kraftschöpfende Feiertage, materielle Bereicherung und viel Nächstenliebe!</p>
<p>Bild der Kirche im Original von <a href="http://www.flickr.com/photos/stuckincustoms/2224509747/" target="_blank" class="liflickr">stuck in customs</a> (flickr)</p>


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		<title>Winter Wonderland</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 15:29:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Musik]]></category>
		<category><![CDATA[Musikalisches Allerlei]]></category>
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		<description><![CDATA[Um mich derzeit verstärkt auf Weihnachten einzustimmen  höre ich seit ungefähr 6 Tagen mehrmals am Tag &#8220;A swingin&#8217; Christmas&#8221; von  Michael Bolton.Ich gebe zu. Zuerst hat es mich einige  Überwindung gekostet das Album herunterzuladen. Diese andeutende Abneigung  verdankt Mr. Bolton seinem bekannten Schmacht-Hit &#8211; wie hieß der noch gleich? &#8211;  &#8220;How am I supposed to live without me&#8221;. Urgh! Und dann diese langen, blonden  Haare! &#8211; Nicht dass ich etwas gegen lange, blonde Haare hätte, aber bei ihm sah  das immer so: schmalzig ...


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			<content:encoded><![CDATA[<p designtimesp="29378">Um mich derzeit verstärkt auf Weihnachten einzustimmen  höre ich seit ungefähr 6 Tagen mehrmals am Tag &#8220;A swingin&#8217; Christmas&#8221; von  Michael Bolton.<br designtimesp="29379" />Ich gebe zu. Zuerst hat es mich einige  Überwindung gekostet das Album herunterzuladen. Diese andeutende Abneigung  verdankt Mr. Bolton seinem bekannten Schmacht-Hit &#8211; wie hieß der noch gleich? &#8211;  &#8220;How am I supposed to live without me&#8221;. Urgh! Und dann diese langen, blonden  Haare! &#8211; Nicht dass ich etwas gegen lange, blonde Haare hätte, aber bei ihm sah  das immer so: schmalzig aus.</p>
<p>Nun ja, die Zeiten von &#8220;How am I&#8230;&#8221; sind vorbei, die Haare wurden gekürzt  und obwohl ich ja der Überzeugung bin, dass diese Desperate Houswives  Darstellerin nicht zu ihm passt, werde ich am Samstag oder Montag noch versuchen  oben genanntes Album in CD-Form zu kaufen. Derzeit höre ich es ja nur über  Napster. Reißen alle Stricke, kaufe ich es online, brenne es und verhindere mein  bevorstehendes <a href="http://www.dasdanyweb.de/2007/12/16/es-wird-mal-wieder-zeit/" target="_blank" class="liinternal">Ohrenbluten</a>.</p>
<p><span id="more-338"></span></p>
<p><strong>Michael Bolton (live) &#8211; White Christmas/Winter Wonderland </strong></p>
<p>[youtube 5cH_bMbHCuE]</p>
<p>Winter Wonderland gehört &#8211; nebenbei bemerkt &#8211; zu meinen Lieblingsweihnachtsliedern. Die coolste Version stammt allerdings von Macy Gray.</p>
<p><strong>Macy Gray &#8211; Winter Wonderland</strong></p>
<p>[clipfish MTAwNjE2MXwxNjI2MTc1]</p>


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		<title>.spende</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Dec 2007 14:41:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach langen Jahren des Verlegenheitsspenden an große, deutsche Hilfsorganisationen, bei denen ich eigentlich nie wirklich wußte, wo genau mein Geld hingeht, wurde es dieses Jahr für etwas anderes Zeit. Ich wollte etwas anderes machen als anonym Geld auf ein Konto zu überweisen, welches genauso anonym für verschiedene Projekte verwand wird. Dabei konnte ich ja nie genau herausfinden für welches spezielle Projekt denn nun MEIN Geld direkt eingesetzt wurde.
Daher habe ich mich dieses Jahr &#8211; zusammen mit meinen Eltern &#8211; dazu entschlossen, nicht nur lokalpatriotisch in kleinen Dimensionen zu denken, sondern ...


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			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.dasdanyweb.de/wp-content/uploads/2007/12/spende-3.jpg" alt="Spende" align="left" height="268" hspace="2" vspace="2" width="240" />Nach langen Jahren des Verlegenheitsspenden an große, deutsche Hilfsorganisationen, bei denen ich eigentlich nie wirklich wußte, wo genau mein Geld hingeht, wurde es dieses Jahr für etwas anderes Zeit. Ich wollte etwas anderes machen als anonym Geld auf ein Konto zu überweisen, welches genauso anonym für verschiedene Projekte verwand wird. Dabei konnte ich ja nie genau herausfinden für welches spezielle Projekt denn nun MEIN Geld direkt eingesetzt wurde.</p>
<p>Daher habe ich mich dieses Jahr &#8211; zusammen mit meinen Eltern &#8211; dazu entschlossen, nicht nur lokalpatriotisch in kleinen Dimensionen zu denken, sondern auch lokalpatriotisch etwas für die bedürftigen Menschen dieser, meiner Stadt zu tun.<br />
Auslöser war allerdings nicht nur der WDR-Spendenaufruf, den meine Mutter im Fernsehen gesehen hatte, sondern auch eine im Sommer durchgeführte Aktion auf dem Rasen des Kaiserplatzes in Bonn. Da waren über 3.000 kleine Fähnchen in den Rasen gesteckt &#8211; jedes symbolisierte ein hungerndes Kind in Bonn. 3.000 hungernde Kinder &#8211; in meiner Stadt. Ehrlich gesagt konnte ich das gar nicht richtig glauben. Naiv!</p>
<p>Lange Rede, kurzer Sinn. Dieses Jahr haben wir eine Art Care-Paket gepackt, dass wir der <a href="http://www.bonner-tafel.de/" target="_blank" class="liexternal">Bonner Tafel e.V.</a> vorbeigebracht haben. Vielmehr haben meine Eltern es vorbeigebracht, da ich die ganze Woche schon in meinem Krankenlager vor mich hin vegetiere.<br />
Da wir eine solche Aktion das erste Mal durchgeführt haben, fielen uns viele logische und sinnvolle Dinge erst im Nachhinein ein, aber ich denke für das nächste Jahr sind wir besser vorbereitet.<br />
Das Paket enthielt Mahlzeiten für alle drei Weihnachtstage, Frühstück, Getränke, Konserven, ein paar Süßigkeiten und ein paar Dekoelemente (Kerzen und Servietten).<br />
Irgendwie freue ich mich, dass eine vierköpfige Familie in Bonn damit vielleicht mal satt wird.</p>


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		<title>Christkind vs. Weihnachtsmann</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Dec 2007 13:38:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dany</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der liebe Hans fragt auf seinem Blog nach, an wen man als Kind geglaubt hat. An das Christkind oder an den Weihnachtsmann?
Da meine Antwort in seinen Kommentaren etwas lang ausgefallen wäre, weil mir soviel eingefallen ist, dachte ich, ich mache einen eigenen Artikel daraus.
Ich kann es mit Sicherheit gar nicht mehr sagen. Habe ich jemals an den Weihnachtsmann geglaubt. Das müßte ich bei meinen Eltern mal erfragen. An wen ich dafür umso mehr glaubte, war Knecht Ruprecht. Dazu sollte ich wohl sagen, dass ich als Kind ein richtiger Wibbelstetz, ein ...


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			<content:encoded><![CDATA[<p>Der liebe <a href="http://wirbelwebber.de/wp/2007/12/19/glaubensfragen/" target="_blank" class="liexternal">Hans</a> fragt auf seinem Blog nach, an wen man als Kind geglaubt hat. An das Christkind oder an den Weihnachtsmann?<br />
Da meine Antwort in seinen Kommentaren etwas lang ausgefallen wäre, weil mir soviel eingefallen ist, dachte ich, ich mache einen eigenen Artikel daraus.</p>
<p>Ich kann es mit Sicherheit gar nicht mehr sagen. Habe ich jemals an den Weihnachtsmann geglaubt. Das müßte ich bei meinen Eltern mal erfragen. An wen ich dafür umso mehr glaubte, war Knecht Ruprecht. Dazu sollte ich wohl sagen, dass ich als Kind ein richtiger Wibbelstetz, ein Frechdachs war. Ich konnte auch lieb sein, aber meist saß mir der Schalk in den Augen.<br />
Jedenfalls ging ich am 5. Dezember immer mit einem mulmigen Gefühls ins Bett, immer darum bedacht, nur ein Auge zu schließen, um rechtzeitig Reißaus nehmen zu können, sollte nicht der dicke Mann mit dem weißen Rauschebart zu Besuch kommen. Manchmal, wenn ich etwas angestellt hatte, schwitzte ich ganz stark und konnte die ganze Nacht nicht schlafen, weil ich eine solche Angst hatte, dass nicht der Nikolaus kommt, sondern der Knecht R.<br />
An dieser Stelle fällt mir ein &#8211; der Weihnachtsmann UND der Nikolaus sind ja auch noch mal was anderes, oder?<br />
Ach! Wer blickt da schon noch durch.</p>
<p>An Heiligabend jedenfalls kam bei uns zu Hause das Christkind. Kein Weihnachtsmann. Wir hatten ja auch keinen Kamin.<br />
Damals lebten meine Großeltern noch alle und wir feierten jedes Jahr bei uns mit einem guten, klassischen Sauerbraten, Rotkohl und Klößen. Das war erstens bevor ich erfuhr, dass ein klassicher rheinländischer Sauerbraten eigentlich aus Pferdefleisch besteht und bevor meine Mutter zur Vegetarierin wurde (Ich vermute bis heute, dass sie meine Frage nach dem Pferdefleisch zwar verneint hat, sich selbst aber gar nicht so sicher war, daraufhin einen ebenso einschneidenden Ekelanfall wie ich erlitt und umgehend beschloss, nie wieder Fleisch zu essen).<br />
Seitdem gab es jedenfalls keinen Sauerbraten mehr. Und keine Großeltern. Wobei das mit dem Großeltern nicht am Sauerbraten lag.<br />
Wie dem auch sei.<br />
Nach dem opulenten &#8211; und später verschmähten &#8211; Weihnachtsessen gab es bei uns immer Bescherung. An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass es früher bei uns noch echte (!) Kerzen im Baum gab. Keine Lichterketten! Die mussten also alle von Hand angezündet werden. Kurz nach dem Essen erhob sich dann immer mein Papa und sagte, den Blick fest auf mich gerichtet, er schaue mal, ob das Christkind schon da gewesen sei. Dann verschwand er und kam so nach fünf Minuten wieder mit der für Kinder einzig richtigen Antwort: Das Christkind war da.<br />
Ich muss zu meiner Verteidigung sagen, dass ich wohl nie so richtig hinter diesen billigen Trick gekommen bin, weil mein Adrenalin obschon der kommenden Geschenke jegliche Logik in meinem Kopf vernichtete. Als Kind ist man nun mal vom materialistischen Bösen besessen.</p>
<p>Ich staunte jedesmal über den leuchtenden Baum, die vielen Süßigkeiten, die Musik und: die Geschenke. Auch da beschlichen mich noch nicht die Zweifel, weshalb es wohl den ganzen Tag verboten war, ins Wohnzimmer zu gehen, weshalb die Rollläden immer geschlossen waren oder dass der Besuch im Kino eigentlich nur zur Ablenkung diente. Ich war naiv.</p>
<p>Völlig ab von diesen Vorfällen, nistet sich gerade noch eine andere Erinnerung in meinem Kopf ein, die ich Euch nicht vorenthalten will. Und: die entweder belegt wie unheimlich einfältig ich als Kind war oder wie unheimlich dreist mein Papa war, mich immer so an der Nase herumzuführen.<br />
Wir hatten lange Jahre so eine Art Sideboard &#8211; ein Erbstück &#8211; in unserem Wohnzimmer thronen. Dieses Teil war ganz dunkelbraun, klobig und ausladend. Eines Tages &#8211; Papa hatte wohl nichts besseres zu tun, als mich zu ärgern (was er heute noch mit Vorliebe tut) &#8211; legte mein Papa eine Münze auf diesen Tisch und sagte zu mir: Dany, sagte er, auf dem Schrank liegt eine Münze. Zeig darauf und ich kann zwei daraus machen.<br />
Klar dachte ich und zeigte ihm im Geiste einen Vogel. Er kann vielleicht Gitarre spielen, obwohl er keine Noten lesen kann oder ein gehörtes Lied aus dem Kopf auf der Orgel nachspielen, aber Geld vermehren? &#8211; Ausgeschlossen.<br />
Ich zeigte also auf das Stück Geld und setzte mich wieder aufs Sofa zurück. Da stand er auf und ging auf den Schrank zu, dann zeigte er auf das Geldstück und fragte &#8211; als sei er plötzlich debil geworden &#8211; das hier meinst Du? Ich nickte eifrig mit dem Kopf. Dann kam er zu mir und setzte sich neben mich, murmelte irgendwas und sagte, ich solle mal schauen gehen. Mit einem wissenden Lächeln stand ich auf, ging zu dem Schrank und&#8230; staunte. Da lagen in der Tat zwei Münzen. Mit großen Augen und offenem Mund starrte ich ihn an, nicht zuletzt aus voller Bewunderung über diesen Zaubertrick. Das kannst Du sicher kein zweites Mal, sagte ich herausfordernd. &#8211; Und ob, antwortete er.<br />
Ich zeigt wieder auf die beiden Münzen, setzte mich hin und er vergewisserte sich wieder, dass ich DIESE beiden Münzen meinte, indem er auch zu dem Schrank ging. Das wiederholte sich noch zwei, dreimal. Erst dann bin ich dahinter gekommen, dass er die neue Münze immer auf den Stapel legte, wenn er nach mir an den Schrank gegangen ist (Ich war noch sehr klein, so klein, dass ich bei Frau Malzahn Angstschweiß bekam).</p>
<p>Ungefähr so verhielt sich das mit dem Christkind auch. Ich war jedesmal wie erschlagen über die Vorstellung, dass dieses kleine, winzige, zerbrechliche Kind es schaffte soviele Geschenke zu bringen, die Lichter zu entzünden und ohne Aufzufallen wieder verschwand. So muss es für  Kinder richtigerweiße auch sein. Bis ich eines Tages kapierte, dass es gar nicht das Christkind war. Schlimmer noch, dass es das Christkind gar nicht gab. Seitdem mag ich Weihnachten eigentlich nicht mehr so gern. Das Unvorstellbare, das Unheimliche. Das waren die Reize an Weihnachten. Nachdem ich wußte, dass meine Mutter den Wunschzettel immer heimlich, während ich in der Schule war, von der Fensterbank klaute und dann für sich entschied was ich davon geschenkt bekam, hatte ich nicht mal mehr Lust einen solchen Zettel zu schreiben. Es war mir dann auch klar, dass ich nur die Dinge bekam, die nicht ambivalent zu meiner Erziehung zu sehen waren, was wohl auch der Grund war, weswegen ich meinen ersten eigenen Fernseher erst mit 16 Jahren bekam. Das Christkind hätte wohl schon früher ein Einsehen für meine Bedürfnisse gehabt.</p>


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		<title>Es wird mal wieder Zeit!</title>
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		<pubDate>Sun, 16 Dec 2007 17:44:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dany</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mein Ich]]></category>
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		<description><![CDATA[Zeit Geschenke für die Liebsten zu kaufen.
Zeit sich in das Getümmel zu werfen, von dem man von Anfang an genervt sein wird, obschon der vielen Menschen die in der gleichen Mission unterwegs sind.
Zeit Geld auszugeben.
Zeit sich Gedanken zu machen.
Zeit die Besinnlichkeit in sich aufzunehmen, um sich trotz der alljährlich unterdrückten Weihnachtsstimmung (es will ja einfach kein Schnee fallen) an den vielen Lichterketten, Christbaumkugeln und Lametta zu erfreuen.
Zeit sich Gedanken über eine geeignete Weihnachtsspende zu machen (dazu die Woche mehr).
Zeit sich Gedanken über das Festessen zu machen und darüber welche Computerspiele ...


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</ol>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zeit Geschenke für die Liebsten zu kaufen.</p>
<p>Zeit sich in das Getümmel zu werfen, von dem man von Anfang an genervt sein wird, obschon der vielen Menschen die in der gleichen Mission unterwegs sind.</p>
<p>Zeit Geld auszugeben.</p>
<p>Zeit sich Gedanken zu machen.</p>
<p>Zeit die Besinnlichkeit in sich aufzunehmen, um sich trotz der alljährlich unterdrückten Weihnachtsstimmung (es will ja einfach kein Schnee fallen) an den vielen Lichterketten, Christbaumkugeln und Lametta zu erfreuen.</p>
<p>Zeit sich Gedanken über eine geeignete Weihnachtsspende zu machen (dazu die Woche mehr).</p>
<p>Zeit sich Gedanken über das Festessen zu machen und darüber welche Computerspiele unbedingt noch gekauft werden müssen, um keine Weihnachtsdepression aufgrund aufkommender Langeweile am ersten Weihnachtstag zu kriegen.</p>
<p>Zeit noch schnell die letzten Wünsche an Menschen loszuwerden von denen man glaubt ein Geschenk zu bekommen.</p>
<p>Zeit sich wie jedes Jahr zu fragen, warum Weihnachten so kommerziell geworden ist und man das Ganze auch noch aktiv unterstützt.</p>
<p>Zeit die Gesichtsmimik einzustudieren, um nicht die geballte Abscheu für Weihnachten direkt am Heiligabend in die elterliche Wohnstube zu tragen und seiner Mutter damit den Eindruck zu vermitteln, man würde unendliche Qualen leiden.</p>
<p>Zeit noch eine Weihnachtsplatte zu besorgen, die einem beim Abspielen nicht am Tannenbaum die Ohren bluten läßt.</p>
<p>Zeit um festzustellen, dass man eigentlich keine Zeit mehr hat.</p>


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</ol></p>]]></content:encoded>
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